Elbe

Neuer Anlauf für ein Wasserkraftwerk

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Kai Gerullis

Foto: Kai Gerullis

Geesthacht. Unaufhörlich rauscht das Wasser der Elbe durch das Stauwehr der Elbe – bis zu 800 Kubikmeter pro Sekunde. Eine Energie, die unbedingt genutzt werden müsste, sagt Sven Minge (CDU).

Der neue Vorsitzende des Geesthachter Energieausschusses will einen neuen Anlauf starten, um in den Fluten der Elbe ein Laufwasserkraftwerk zu installieren. Leider ist die Diskussion um das Laufwasserkraftwerk vor ein paar Jahren eingeschlafen. Dabei ist sie durch die Energiewende so aktuell wie nie zuvor“, sagt Minge, der das moderne Wasserkraftwerk im Geesthachter Energieausschuss neu beleben möchte.

52 Millionen Kilowattstunden Strom könnten mit Turbinen in der Elbe erzeugt werden, hatte eine Studie vor fünf Jahren bereits ergeben. Doch als an gleicher Stelle die Fischtreppe gebaut wurde, war das Thema tot. „Dabei könnte das Kraftwerk auch neben der Fischtreppe gebaut werden, darüber gibt es sogar ein Gutachten“, sagt Minge. Immerhin könnte die Stadt mit dem Kraftwerk quasi auf einen Schlag ihr Ziel erfüllen, ausschließlich von regenerativer Energie zu leben.

Hamburg soll mit an den Tisch

Er will jetzt schnellstmöglich Vertreter der Hansestadt Hamburg im Energieausschuss mit an den Tisch holen, um eine erneute Prüfung anzuschieben. „Wir brauchen Hamburg mit im Boot, denn die haben dort aufgrund der Staatsverträge die Planungshoheit“, sagt Minge.

50 Millionen Euro könnte das klimafreundliche Kraftwerk kosten, wurde seinerzeit ermittelt. Minge schwebt zur Finanzierung ein zukunftsträchtiges Modell vor: „Ich könnte mir durchaus vorstellen, ein Laufwasserkraftwerk als ein Bürgerbeteiligungsmodell unter Leitung der Stadtwerke Geesthacht zu betreiben.“

Fünf-Punkte-Programm geplant

Doch damit nicht genug, der neue Ausschussvorsitzende will die Energiewende weiter voran bringen: So möchte Minge im Ausschuss eine Zielvereinbarung zur Diskussion stellen, mit der ein Fünf-Punkte-Programm als Marschroute für die kommenden zwei Jahre festgelegt wird. „Mir ist es ein Anliegen, dass wir mit diesem wichtigen Ausschuss endlich Ergebnisse schaffen.“

So sieht Minge das bisher beschlossene Klimaschutzkonzept als Minimallösung an – er möchte vielmehr ein komplettes Energiekonzept 2015 bis 2035 auf den Weg bringen. „Mir schwebt ein langfristiger Fahrplan mit externer Begleitung vor“, so Minge. Ihm gehe es um praktische Lösung – und keine weiteren Ideen, die Theorie bleiben.

Jährlicher Energiebericht

Zudem möchte Minge vom Rathaus einen jährlichen Energiebericht, in dem der aktuelle Sachstand der Energieeffizienz städtischer Gebäude erfasst wird – zugleich aber auch über aktuelle Förderprogramme und den Stand der Entwicklung der E-Mobilität informiert wird.

Bisher nicht nachhaltig diskutiert wurden im Ausschuss die Folgen der bisherigen Energiepolitik – dabei beträfen diese besonders den Standort Geesthacht. „Wir müssen unbedingt verhindern, dass am Kernkraftwerk Krümmel ein unbefristetes Zwischenlager entsteht“, sagt Minge. Zudem will er auch die Zukunft der Landessammelstelle für schwach- und mittelradioaktive Stoffe auf dem Gelände des Helmholtz-Zentrums im Ausschuss thematisieren.

Auch eine Wiederholung der Energiewendemesse auf dem Menzer-Werft-Platz mit Begleitung durch den Ausschuss könnte sich Minge vorstellen. „Vor uns liegt jedenfalls ein gutes Stück Arbeit. Aber im Sinne der Nachhaltigkeit lohnt es sich“, so Minge.

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