"Innenstadtgelenk"

Eine hässliche Lücke verschwindet

Geesthacht. Ideen gab es viele - doch passiert ist am Geesthachter "Innenstadtgelenk" seit Jahren gar nichts. Das soll sich in Kürze ändern: Mit Uwe Gerner kümmert sich jetzt ein Geesthachter Investor um das Grundstück an der Bergedorfer Straße, Ecke Sandstraße, Hafenstraße und Kurzer Weg.

2014 könnte nach einer nötigen Änderung des Bebauungsplans mit dem Bau von bis zu 35 Mietwohnungen und einer Tiefgarage mit 40 Stellplätzen im Herzen Geesthachts begonnen werden. Im Rathaus ist man froh, dass auf der Fläche endlich etwas passiert: "Wir würden unser Sanierungsprojekt ungern mit dieser Baulücke abschließen", sagte Bauamtsleiter Peter Junge jetzt im Planungsausschuss.

In den vergangnen Jahren hatte sich das "Gelenk", das erstmals 1996 im Städtebauwettbewerb "Geesthacht an die Elbe" als Verbindungsglied zwischen Innenstadt und Hafenrand markiert wurde, als unendliche Geschichte entpuppt. Immer neue Investoren präsentierten ehrgeizige Pläne - und scheiterten dann doch.

Uwe Gerner hat jetzt das Winsener Büro "jup-Architekten" beauftragt, ein Grobkonzept für eine mögliche Bebauung des "Gelenks" zu entwickeln. Architekt Stefan Weinert stellte im Fachausschuss die ersten Skizzen vor. "Es wird ein filigraner Bau, wir bleiben unter den gestatteten Bauabmessungen", sagte Weinert. So ist an der Sandstraße ein zweigeschossiger Baukörper mit 1000 Quadratmetern Nutzfläche geplant, an der Hafenstraße sieht das Konzept einen dreigeschossigen Baukörper mit 1390 Quadratmetern Nutzfläche vor. Der Clou: Die Gebäude bilden mit dem Bestand an der Bergedorfer Straße 12 und 14 einen nach drei Seiten offenen Innenhof. Der soll auch öffentlich zugänglich sein.

Die Stadt hatte das Haus Bergedorfer Straße 12 vor Jahren von Gerner gekauft und saniert, allerdings nie einen Nutzer gefunden. Das Haus steht seitdem leer. Nun will Gerner es zurückkaufen und darin seine Immobilienverwaltung unterbringen.

Insgesamt besteht das "Gelenk" aus mehreren Grundstücken, die eine 441 Quadratmeter große bebaute und eine 156 Quadratmeter große freie Fläche bieten. "Da ist eine verdichtende Bebauung erwünscht", so Junge. Seiner Einschätzung nach würde die von Gerner und Weinert präsentierte Art der Bebauung gut in den Bereich passen. "Wir sind in der Realität angekommen", bilanzierte SPD-Fraktionschef Samuel Bauer den konkreten Entwurf nach all den vorher gezeigten unrealisierbaren Visionen. Auch für das bislang unbebaute Grundstück Bergedorfer Straße 10 in direkter Nachbarschaft würde sich eine Lösung abzeichnen, hieß es im Ausschuss.

Für das Grobkonzept von Uwe Gerner gab es im Ausschuss grundsätzliche Zustimmung. Nun wird der Architekt die Pläne vertiefen und dann erneut präsentieren. Außerdem sind neben der Änderung des Bebauungsplans noch einige Grundstücksgeschäfte nötig, ehe Gerner überhaupt die Mietwohnungen mit zwei bis vier Zimmern und Wohnflächen bis 90 Quadratmetern bauen könnte. Gerner würde Geld investieren, das er unter anderem mit der Erschließung des Neubaugebietes Finkenweg-Ost verdient hat.