Forstwirtschaft

Im Stadtwald fallen die Bäume

Geesthacht. 475 Festmeter (Kubikmeter) Holz sollen die städtischen Forstarbeiter während der kommenden Monate im Geesthachter Stadtwald schlagen. Das sieht die neue Forsteinschlagsplanung vor, die Ulrike Stüber vom Umweltamt und Förster André Guiard im Ausschuss für Umwelt und Planung präsentierten.

Mit einem Alter von 60 Jahren gilt der Stadtwald als relativ jung. Er zieht sich von Besenhorst bis zum Ziegenkrug auf einer Fläche von 255 Hektar hin, vor allem auf den Flächen der Heidberge, die als Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufgeforstet wurden. Zuerst wurden hier hauptsächlich Nadelbäume gepflanzt, so dass erst heute durch das Setzen von Laubbäumen langsam ein Mischwald entsteht. In zwei Etappen wurden zuletzt etwa 50 000 Laubbäume angepflanzt, weitere 16 000 Bäume sollen bis zum Herbst 2013 folgen. Ein avisierter Zuschuss des Landes für die Maßnahme ist bisher bei der Stadt aber noch nicht angekommen.

Die gut angewachsenen jungen Bäume im Stadtwald sind vor allem wichtig, um die spät blühende Traubenkirsche zu unterdrücken. Würde sich die für unsere Region untypische Pflanze ausbreiten, würde sie die natürliche Vegetation unterdrücken.

Die Einschlagsplanung sieht vor, in den kommenden Monaten östlich des Fahrendorfer Wegs und gegenüber der Elbhöhe Bäume zu fällen. Das übernehmen die Forstarbeiter des Bauhofes.

Als neues Problem tauchte in diesem Jahr erstmals der Eichenprozessionsspinner im Stadtwald auf. Und zwar in Besenhorst, wo es teilweise Eichenbestände gibt, die in südlicher, exponierter Lage wachsen und damit dem gefährlichen Insekt einen optimalen Lebensraum bieten können. Gerade ein bis zwei Zehntelmillimeter lang sind die Brennhärchen, die die Raupen des Eichenprozessionsspinners am ganzen Körper tragen. Die hohlen Härchen enthalten ein hochwirksames Nesselgift. Wenn sie sich vom Körper der Raupe lösen, werden sie durch die Luft gewirbelt. Atmet ein Mensch sie ein, setzen sie sich auf den Schleimhäuten fest und können einen lebensbedrohlichen allergischen Schock bei den Betroffenen auslösen. Deshalb hat die Stadt vorsorglich Warnschilder vor dem Insekt aufgestellt.