Sanierung

Das lange Warten auf Fördermittel

Geesthacht. Böse Falle für Immobilienbesitzer im Sanierungsgebiet "Rund um St. Salvatoris": Die Gesellschaft für Ortsentwicklung (GOS) mit Sitz in Kiel, die im Auftrag der Stadt die Sanierungsmaßnahme betreut, scheint Abrechnungen der privaten Maßnahmen nur schleppend zu erledigen.

Zwar ist das Interesse ohnehin gering, doch für jene Immobilienbesitzer, die von Fördermitteln profitieren wollen, geht es um viel Geld. Ein Teil ist schon gezahlt worden, der Rest kommt erst, wenn der Investitionsbank alle Rechnungen vorliegen.

Ausgerechnet Kunstprofessor Werner Büttner, streitbarer Sprecher der "Interessengemeinschaft Elbstraße", wird jetzt von der GOS bei der Endabrechnung für die Fassadensanierung des ehemaligen "Hotel Stadt Hamburg" am Markt 1 hängen gelassen. "Mehr als zwei Jahre muss ich die GOS bereits mahnen, um endlich eine Endabrechnung zu bekommen", sagt Büttner. Bisher vergeblich. Erst als Büttner jetzt mit der Einschaltung eines Rechtsanwalts drohte, kam Bewegung in die Sache. Büttner: "Die ungeheure Anzahl von 33 Handwerkerrechnungen liegt unbearbeitet bei der GOS. Das macht mich, auch angesichts der Honorare, die die Firma aus den Sanierungsmaßnahmen in Geesthacht erzielt, ziemlich fassungslos."

Auf eine Anfrage unserer Zeitung reagierte Michael Behrens, der Geschäftsführer der GOS, nicht. Stattdessen ließ er Werner Büttner eine Nachricht zukommen: Der nötige Verwendungsnachweis liege jetzt endlich bei der Investitionsbank und sein zuständiger Mitarbeiter sei angewiesen, sich um eine zügige Bearbeitung zu kümmern. "Ich hoffe, dass es uns gelingt, den Vorgang nunmehr kurzfristig abzuschließen", teilt der GOS-Chef mit. Und verspricht: "Ich werde mir erlauben, den weiteren Fortgang regelmäßig zu überprüfen."

Büttner hatte die Fassade des ehemaligen Hotels vor drei Jahren aufwendig sanieren lassen. Es wurden neue Fenster und eine neue Haustür eingebaut, das Mauerwerk wurde auf Vordermann gebracht und ein Anbau mit einer Holzverschalung verkleidet.

Bisher haben nur zehn Immobilienbesitzer aus dem Gebiet rund um St. Salvatoris die Chance genutzt, Sanierungsmittel zu bekommen. Dabei hatte es während der jahrelangen Diskussion zur Einrichtung des Sanierungsgebiets reihenweise Objekte gegeben, die nach Meinung der Planer saniert werden müssten. An der Situation hat sich bis heute nicht viel geändert, doch vielen Hausbesitzern fehlt das nötige Geld - vielleicht auch deshalb, weil sie sich an aufwendigen Straßenumgestaltungen der Stadt mit Anliegerbeiträgen in Höhe von mehreren Tausend Euro beteiligen müssen.

Die GOS hat für ihre Dienstleistungen in den vergangenen Jahren durchschnittlich 55 000 Euro Honorar bekommen.