Fernwanderweg E 1

Verschnaufpause auf dem langen Weg

Geesthacht. Elke Palitza und Gerhard Berrang haben sich viel vorgenommen. Sie wollen den Europäischen Fernwanderweg E 1 von Flensburg entlang wandern, insgesamt 1700 Kilometer. "Den südlichen Teil von Konstanz bis Pforzheim haben wir schon", sagt Elke Palitza.

Nun haben die 45-Jährige und ihr Mann, die aus St. Ingbert im Saarland kommen, wieder Urlaub - und sich Geesthacht als "Basislager" für die norddeutsche Etappe ausgesucht. Eine Woche lang wohnen die passionierten Wanderer in der Ferienwohnung der Familie Meerkamm am Buntenskamp.

"Wir schätzen hier besonders die zentrale Lage und den schönen Balkon", sagt Elke Palitza. Der ZOB liegt fast nebenan, Restaurants und Geschäfte ebenfalls. Denn nach anstrengenden Tagesetappen haben die Wanderer abends kaum noch Lust, weit zu laufen. 120 Kilometer zwischen Talkau und Buchholz stehen in dieser Wanderwoche auf ihrem Programm. In einem selbst gemachten Büchlein sammeln Elke Palitza und Gerhard Berrang Stempel - von Museen, Tourist-Informationen, aber auch von Restaurants und Kiosken, die am Weg liegen. "Denn offizielle Stellen dafür gibt es nicht immer", sagt Gerhard Berrang (49), der wie seine Frau zertifizierter Wanderführer für den Schwarzwald und das Biosphärenreservat Bliesgau ist. Die beiden lieben die Berge. Doch auch in Norddeutschland haben sie landschaftliche Schönheiten gefunden: "Wir sind von Witzhave durchs Billetal gewandert, es war faszinierend. Das hätten wir so nicht erwartet", erzählt Elke Palitza. Auch die Großstadttour von Hamburg-Horn nach Blankenese haben die Wanderer bei heißem Sommerwetter schon absolviert. "Danach freuten wir uns richtig auf unser kühles Schlafzimmer am Buntenskamp", sagen sie.

Für Geesthacht haben die beiden zwei wanderfreie Tage reserviert. "Wir waren an der Elbe und im Museum Krügersches Haus", sagt Gerhard Berrang. Nun geht es wieder Richtung Heimat und dann noch einmal für zwei Wochen zum Wandern in den Schwarzwald - damit die Berge nicht zu kurz kommen.

Dörthe Meerkamm freut sich über die Kontakte zu ihren Feriengästen. Zwei Zimmer auf 89 Quadratmetern vermieten sie und ihr Mann Dirk seit 2010 in einem kleinen Häuschen, das neben ihrem Reetdachhaus steht. "Und wir haben nur gute Erfahrungen gemacht", sagt die 45-Jährige, die schon einige Stammgäste hat. Für viele ist die Nähe zu Hamburg und zur Ostsee wichtig. Wie für das Ehepaar aus Köln - er ist HSV-Fan. Und auch ein Amerikaner kommt jedes Jahr für einige Wochen. Er hat früher im Helmholtz-Zentrum gearbeitet, wohnt mit seiner Frau in Geesthacht, um von hier aus Freunde in ganz Deutschland zu besuchen. Viel Lob über ihre Stadt hört Dörthe Meerkamm von den Gästen: "Sie sind überrascht von der Lage an der Elbe, finden die Fußgängerzone und die Einkaufsmöglichkeiten hier toll. Einige bleiben sogar spontan etwas länger."