Open-Air-Partys

Viel Alkohol - und viele Schlägereien

Geesthacht/Kröppelshagen. Ohne Alkohol können junge Leute offenbar nicht mehr feiern: Sowohl beim Rockfestival in Geesthacht als auch beim Funbeach in Kröppelshagen musste die Polizei am Wochenende ausrücken, um Streitereien zu schlichten.

Sechs Anzeigen wegen Körperverletzungen nahmen die Polizisten auf. Schläger und Opfer waren zwischen 21 und 25 Jahren alt.

"In allen Fällen war Alkohol im Spiel, meistens ging es um nichts", bilanzierte gestern Geesthachts Polizeichef Thomas Specht. Enthemmt vom Alkohol schlugen und traten betrunkene Gäste der Funbeach-Open-Air-Partys in Kröppelshagen mehrfach um sich. Laut Polizeibericht bekam schon am Sonnabend um 0.30 Uhr ein 21 Jahre alter Hamburger von hinten eine Flasche über den Kopf geschlagen. "Der Hamburger wollte einen Streit schlichten, als ihn ein Unbekannter mit der Flasche schlug", so Specht. Zuvor hatte ein Mann auf einen am Boden liegenden Lauenburger (24) eingetreten. Die Schläger sind flüchtig, zurzeit werden von Zeugen abgegebene Täterbeschreibungen abgeglichen. Um 4.30 Uhr am Sonntag reagierte ein Börnsener (21) äußerst gereizt, als seine Freundin beleidigt wurde. Der 21-Jährige brach einem Hamburger (25) durch eine brutale Attacke das Nasenbein.

Auch gegen Mitarbeiter des offiziellen Sicherheitsdienstes der Open-Air-Partys liegen der Polizei zwei Anzeigen vor. "Da laufen noch die Ermittlungen, die Mitarbeiter sollen Körperverletzungen begangen haben", berichtete Specht. Seiner Erfahrung nach wird allerdings oft grundlos gegen den Sicherheitsdienst vorgegangen, wenn dessen Mitarbeiter bei Streitereien einschreiten. Im Rahmen einer Kontrolle in der Nacht zum Sonnabend zogen Polizisten einen Wentorfer (23) aus dem Verkehr. Er saß mit einem Atemalkoholwert von 1,33 Promille am Steuer seines Autos und musste deshalb seinen Führerschein abgeben.

In einer Zelle der Polizeizentralstation am Markt endete das Rockfestival auf dem Menzer-Werft-Platz für einen 23 Jahre alten Geesthachter. Der Wachdienst hatte die Polizei zu Hilfe gerufen, weil der junge Mann stark angetrunken auf der Bühne herumturnte. "Als die Kollegen ihn des Platzes verweisen wollten, kam es zu einer Rangelei, der Mann leistete Widerstand", sagte Specht gestern. Die Beamten mussten ihn zur Ausnüchterung mit auf die Wache nehmen. Gegen den 23-Jährigen wurden Anzeigen wegen Körperverletzung und Widerstands gegen die Polizisten gefertigt.

Auch an der Lauenburger Straße musste die Polizei anrücken, um einen Streit zu schlichten. Anwohner hatten in der Nacht zum Sonnabend eine Schlägerei mit mehreren Beteiligten gemeldet. Polizisten konnten einen Schläger ausmachen und entdeckten ein Opfer, das geflüchtet war.