Marktschreier

Lautstark, kernig und richtig lecker

Geesthacht. Noch bis Sonntag ist der Menzer-Werft-Platz an der Elbe fest in der Hand der "Gilde der Marktschreier". Von vier Wagen aus bieten die Händler lautstark und mit kernigen Sprüchen ihre Waren an. Es gibt Käse, Wurst und Fleisch, Fisch sowie Kekse und Knabberzeug.

"Komm ich leg noch eine Makrele drauf, mein Schatz", pries Fischhändler Salvatore Demaglie seinen Räucherfisch gegenüber einer Kundin an. "Die Makrele sieht aus wie der Schweinemörder nebenan", warb der 51-Jährige mit einem Seitenhieb auf "Wurst Achim". Demaglie fand den Vergleich der Makrele mit seinem Kollegen passend: "Der Kopf dick, der Bauch dick, und ein kleiner Schwanz." Einen Aal packte er gleich noch mit drauf. In typischer Manier brachte er die Waren an die Schaulustigen, die sich zu Freibier und Matjes schon zum Auftakt der Marktschreiertage um 11 Uhr an der Elbe eingefunden hatten. Erstmals machte die "Gilde der Marktschreier" hier Station.

Seit 15 Jahren ist Salvatore Demaglie bereits in der Branche - und noch nicht ein einziges Mal wegen Heiserkeit ausgefallen. "Unser Geschrei ist nicht sehr anstrengend, es ist eine spezielle Atemtechnik", sagt der 51-Jährige. "Wir schreien aus dem Zwerchfell", verrät er den Trick. Bis Sonntag werden Demaglie und seine Kollegen täglich von 10 bis 19 Uhr ihre Waren lautstark anbieten.

Für eine eher unpassende Ergänzung der vier Marktschreier-Wagen sorgten fliegende Händler, die Kleidung an großen Ständen anbieten. Die Gäste, die bereits am Donnerstag zum Auftakt auf den Menzer-Werft-Platz kamen, waren enttäuscht, dass etwa der angekündigte Blumengroßhändler nicht dabei war. Dafür sorgte "Wurst Achim" für Furore - mit 105 Dezibel hat er immerhin eine Stimme, die so laut ist wie ein Presslufthammer.