Messerattacke

49-Jährige sticht erneut Freund nieder

Foto: Timo Jann / Jann

Geesthacht. Eine 49-Jährige hat ihren Lebensgefährten mit einem Messer niedergestochen. Der gleiche Vorfall ereignete sich bereits im März. Die Kriminalpolizei ermittelt nun erneut gegen die verwirrt wirkende Frau. Nach der letzten Messerattacke blieb sie auf freiem Fuß.

Wie sich die Szenen gleichen: Dienstag Nachmittag führten Polizisten an der Heidestraße eine Frau in Handschellen ab. Sie hatte ihren Lebensgefährten mit einem Messer niedergestochen. Erst im März hatten Polizisten denselben Einsatz absolviert. Damals hatte die Frau ihren Freund schon einmal niedergestochen. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei erneut gegen die 49-Jährige.

Gegen 15.15 Uhr war eine Polizeistreife nach einem Notruf zum Keil gerast. Dort fanden die Polizisten einen blutenden Mann mit einem bedrohlichen Messerstich in der Brust auf. Eine Notarzt und eine Rettungswagen-Besatzung übernahmen die Versorgung des Verletzten.

Im Zuge der Ermittlungen erhielten die Beamten von Anwohnern eines Mehrfamilienhauses an der Heidestraße den Hinweis auf die frühere Attacke ihrer Nachbarin auf den Mann. Die Polizisten suchten die Wohnung der Frau im zweiten Obergeschoss des Hauses auf, verschafften sich Zutritt und nahmen die 49-Jährige vorläufig fest. Sie machte – wie bei der Festnahme im März – einen stark verwirrten Eindruck, beklagte sich zudem kläglich über die drückenden Handschellen, als sie in den Streifenwagen gesetzt wurde.

Ihren 44 Jahre alten Lebensgefährten brachten die Rettungskräfte derweil mit dem Rettungswagen zur Notversorgung ins Geesthachter Krankenhaus. Über seinen Gesundheitszustand nach dem Angriff war Dienstag nichts Näheres bekannt.

Die Ursache der Auseinandersetzung in der Wohnung der Frau war gestern zunächst unklar. Nach der Messerattacke im März hatte Geesthachts Schutzpolizei die Ermittlungen übernommen, die Frau blieb auf freiem Fuß. „Im Zuge eines Streits griff die Frau zum Küchenmesser und stach auf den Mann ein“, sagte damals Polizeichef Thomas Specht. Ob auch in diesem Fall von einer Körperverletzung oder einem schwerwiegenderen Verbrechen ausgegangen wird, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen. Beamte der Kriminalpolizei untersuchten gestern noch den Tatort an der Heidestraße, um Spuren zu sichern.

In den vergangenen Monaten ist es in Geesthacht mehrfach zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen, in deren Verlauf Menschen durch Messerstiche schwer verletzt wurden. Besonders dramatisch war ein Fall, ebenfalls vom März, als an der Hegebergstraße ein Beziehungsstreit eskalierte und ein Mann seinen Cousin im Streit um eine Frau niederstach und lebensgefährlich verletzte.