Verabschiedung

Ein Job, der auch nach Jahren jung hält

Geesthacht (pas). Gymnastiklehrerin wollte sie werden. Genau wie ihre beste Freundin. Doch der Berufswunsch, den Elisabeth Preuß vor über 47 Jahren hatte, überzeugte ihren Vater nicht.

"Er hat einen Kompromiss mit mir geschlossen. Ich sollte das Abitur machen, wenn ich danach immer noch an meinem Berufswunsch festhalten würde, würde er sich dem nicht mehr in den Weg stellen", erzählt Preuß. Die Rechnung ihres Vaters ging auf. Nach einem Jahr hatte die junge Frau jegliches Interesse am Beruf Gymnastiklehrerin verloren. "Ich wollte nun Lehrerin werden, genau wie mein Vater und mein Großvater", so Preuß.

Ihren neuen Berufswunsch setzte die junge Frau damals um - "und ich habe ihn keine Sekunde lang bereut", sagt sie. Nach 34 Jahren an der heutigen Grund- und Gemeinschaftsschule in der Oberstadt ist Elisabeth Preuß jetzt in den Ruhestand verabschiedet worden.

Nach ihrem Abitur 1966 am heutigen Otto Hahn Gymnasium studierte Elisabeth Preuß in Kiel und machte ihr Referendariat in Lübeck. 1978 begann sie, an der heutigen Grund- und Gemeinschaftsschule in der Oberstadt Englisch und Sport zu unterrichten. "Ich habe gleich eine neunte Klasse übernommen", erinnert sich Preuß. Die junge Lehrerin führte ihre Schützlinge bis zum Realschulabschluss und erinnert sich gern an diese Zeit. "Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit diesen Schülern zu arbeiten", sagt sie.

Ab 1987 war Preuß in der Schulleitung tätig, seit 1998 als stellvertretende Schulleiterin. "Das hat mein Aufgabenspektrum erweitert", sagt sie. Der Umgang mit verschiedenen Computerprogrammen, die Organisation machten ihr genauso viel Spaß wie die Arbeit mit den Schülern. Vor allem letzteres habe sie jung gehalten, so Preuß. Auch weil die Schüler sich im Laufe der Jahre verändert haben und sie sich immer wieder darauf einstellen musste. "Heute haben viele der jungen Menschen Schwierigkeiten, sich länger auf eine Sache zu konzentrieren. Und den Schülern ist das Leben außerhalb der Schule oft wichtiger, als das Lernen", resümiert sie. Ein Problem, sich trotzdem mit gewissen Ansprüchen durchzusetzen, hat sie aber nicht. "Ich habe erfahren, dass echte Autorität noch immer akzeptiert wird. Man muss nur ehrlich und konsequent sein", sagt sie.

In ihrem Ruhestand möchte sich Elisabeth Preuß mehr ihrer 92-jährigen Mutter widmen. Außerdem ist sie passionierte Golfspielerin. "Ich werde nun wohl mehr Zeit auf meinem Platz in Lüdersburg verbringen", verrät sie.