Wilhelm-Holert-Straße

Spüleinsatz: Der gröbste Dreck ist weg

Geesthacht (tja). Eine Woche, nachdem im Neubaugebiet Finkenweg-Ost festgestellt wurde, dass Abwasser aus einem Einfamilienhaus in der öffentlichen Regenwasser-Rigole versickert ist, wurde das Problem gestern behoben.

Der mit Fetten, Fäkalien und Abwaschwasser kontaminierte Boden unterhalb des geschlitzten Kunststoffrohrs wurde allerdings nicht ausgetauscht.

Wie berichtet, hatten sich die Besitzer eines Hauses 2011 für die Installation ihres Schmutzwasseranschlusses nicht an eine zertifizierte Fachfirma gewandt. Die für solche Arbeiten nicht zugelassene Baufirma setzte die Schmutzwasserleitung vom Grundstück an der Wilhelm-Holert-Straße statt an die Kanalisation an die Rigole.

Nicht Regenwasser, sondern ihr gesamtes Abwasser spülte die Familie daraufhin etwa ein Jahr lang in die Rohre. Anwohner beschwerten sich über zunehmenden Fäkaliengestank, vergangene Woche stellte der Abwasserbetrieb fest, dass sich die Schlitze der Rigole schon mit Fetten und Fäkalien zugesetzt hatten und sich in einem Schacht Schmutzwasser sammelte. Durch den Einsatz eines Spül- und Saugwagens wurden die Verunreinigungen nun grob beseitigt. Am Montag wurde außerdem eine zertifizierte Firma mit dem Anschluss beauftragt, nachdem die Firma, die damals den falschen Anschluss gesetzt hatte, zunächst ihren Fehler selbst ausbügeln wollte.

Seit 2010 haben Bauherren die Verantwortung, ihre Schmutzwasserleitungen ordnungsgemäß installieren zu lassen. Dafür sind zertifizierte Firmen vorgeschrieben. Früher hatte der Abwasserbetrieb solche neu gebauten Leitungen grundsätzlich kontrolliert, bevor die Gräben wieder zugeschüttet wurden. Mittlerweile wurde diese Art der Kontrolle eingespart.