Haus der Begegnung

Hausgemeinschaft mit Zukunft

Geesthacht. Kleine Appartements, die eigenen vier Wände: Einmalig im Süden Schleswig-Holsteins, entsteht in Geesthacht ein besonderes Wohnangebot für Menschen mit Demenz.

Das ehemalige "Haus der Begegnung" der Kirchengemeinde Geesthacht am Wichernweg wird derzeit durch einen Investor umgebaut und soll ab Juni 14 Menschen eine neue Bleibe in eigenen Wohnungen mit einer Betreuung und Pflege je nach Bedarf des Einzelnen rund um die Uhr bieten.

"Es ist die erste ambulant betreute Hausgemeinschaft dieser Art in der Region", sagt Irini Aliwanoglou, die Geschäftsführerin der Paritätischen Pflege Schleswig-Holstein (Pflege SH). Die Gesellschaft betreibt in Kiel bereits zwei ähnliche Einrichtungen, die sehr begehrt sind. Das Konzept für die Hausgemeinschaften trifft bei Bewohnern und Angehörigen auf großen Zuspruch..

1960 als Begegnungsstätte am Wichernweg errichtet, stand das "Haus der Begegnung der Kirchengemeinde Geesthacht zuletzt jahrelang leer. Die Kirche wollte die Immobilie, die sie nicht mehr nutzen konnte, veräußern. In Jens Nowakowitsch und seiner Firma "Elbe-Geest Immobilien" sowie Knut Boockhoff fand sie Käufer, die ein soziales Konzept realisieren wollten. Für rund 1,4 Millionen Euro bauen sie das Haus zurzeit nach Plänen des Architekten Rüdiger Gayk um.

"Ich bin mit dem Baufortschritt sehr zufrieden, ich gehe davon aus, dass wir termingerecht fertig werden", sagt Nowakowitsch. "Es geht zum Schluss ja oft ganz schnell", lässt er sich durch den noch nach Großbaustelle anmutenden Baustand nicht entmutigen. "Wir haben bei der Planung großen Wert darauf gelegt, dass der Gemeinschaftssinn der künftigen Bewohner gut gelebt werden kann. Daher gibt es großzügige Gemeinschaftsräume, von einer Küche über ein Esszimmer bis zu einem Wintergarten. Und diese Bereiche sind für alle Bewohner gedacht", sagt der Investor.

Ein Konzept, auf das sich Irini Aliwanoglou schon jetzt sehr freut. "Es sieht toll aus, und ich bin gespannt, wie es sein wird, wenn das Haus von Juni an durch die Bewohner mit Leben erfüllt sein wird", sagt sie.

Die "Pflege SH" wird knapp 25 Mitarbeiter beschäftigen, die sich in mehreren Schichten rund um die Uhr um die Bewohner kümmern werden. Deren unterschiedlich ausgeprägte Demenzerkrankung sorgt für besondere Anforderungen. Der Großteil der Bewohner wird wohl mindestens 70 Jahre alt sein, weiß die Geschäftsführerin aus Erfahrung. Jeder Bewohner ist in dem Haus Mieter, hat seine eigene Wohneinheit. Je nach Bedarf gibt es dann Pflege und Betreuung durch die Fachkräfte und eine Nachbarschaft mit Gleichgesinnten. "Es ist aber kein Heim", stellt Irini Aliwanoglou klar.

Der Keller des Hauses wurde durch Entfernen des Vorgartens zum neuen Erdgeschoss. Von hier aus führt ein Aufzug nach oben. Insgesamt sind 14 Wohnungen mit eigenen Bädern für Senioren vorgesehen. Ihnen stehen im ersten Geschoss die Gemeinschaftsräume zur Verfügung.

Über das Wohnkonzept informieren die Investoren und die Pflegeeinrichtung am 4. Mai um 19 Uhr im Oberstadttreff am Dialogweg. Geplant sind eine allgemeine Präsentation zum Pflegekonzept und ein Vortrag zum konkreten Projekt am Wichernweg.