Prozessauftakt

Rentner schlug mit Hammer zu

Geesthacht/Lübeck (knm). Zum Prozessauftakt gegen den Geesthachter Rentner Harry B. (82), der am 24. November 2011 nachts mit dem Hammer auf seine Lebensgefährtin losgegangen war, scheint eines wahrscheinlich:

Dieser Mann leidet unter schweren Wahnvorstellungen. "Er hat ausgesagt, seine Lebensgefährtin und ihr Sohn hätten versucht, ihn zu vergiften", sagt Oberstaatsanwalt Günter Möller.

Als Zeugen sagten die Lebensgefährtin (70) und ihre Tochter aus. Die 70-Jährige erlitt bei der Attacke im November eine Kopfverletzung, konnte sich aber zu den Nachbarn flüchten. Ihre Tochter bestätigte, dass der 82-Jährige schon seit einiger Zeit kaum, noch gegessen habe und Getränke aus Misstrauen immer selbst zubereitete. Ein Sachverständiger zur psychischen Verfassung des Angeklagten wird in der kommenden Woche gehört. Thema am ersten Prozesstag war auch ein Urteil gegen den Angeklagten aus dem Jahr 1993. Damals hatte er in Neustadt seine zweite Ehefrau erschossen. Auch damals gab er an, seine Ehefrau habe ihn vergiften wollen. Über zehn Jahre war er deshalb in der geschlossenen Psychiatrie des Landeskrankenhauses Neustadt untergebracht. Im Jahr 2003 wurde er entlassen, war mit Medikamenten stabil. Diese hatte er aber vor einiger Zeit wegen eines Herzleidens absetzten müssen. "Ob das den Rückfall in die psychische Erkrankung ausgelöst hat, muss der Sachverständige beurteilen", sagt Möller. Weitere Verhandlungstage sind für den 2. und den 11. Mai angesetzt. Am 16. Mai soll das Urteil verkündet werden.