Projekt

Im Heimatort alt werden

Dassendorf. In Dassendorf soll ein Seniorenwohnheim entstehen. Wenn es nach Bürgermeisterin Martina Falkenberg (SPD) und Investor Andreas Buhk geht, soll der Bebauungsplan dafür im nächsten Jahr stehen.

Die CDU ist jedoch gegen das von der SPD und der Gemeinschaft unabhängiger Dassendorfer (GuD) vorangetriebene Projekt.

Geplant ist, mehrere Privatwiesen nördlich der B 207 zu bebauen. Zwischen dem Wendelweg und dem Sperberweg könnte die Anlage auf etwa 50 000 Quadratmetern entstehen. Ein gültiger Flächennutzungsplan liegt vor.

Neben Andreas Buhk steht auch die Kreissparkasse (KSK) als Investor hinter dem Projekt. "Die KSK führt jetzt Gespräche mit den Eigentümern der Privatwiesen", informiert Buhk. Danach wird das Bauvorhaben im Planungsausschuss der Gemeinde Dassendorf thematisiert. Martina Falkenberg möchte hier mit ihrer Mehrheit aus SPD (drei Stimmen) und GuD (eine Stimme) das Projekt gegen die CDU (drei Stimmen) durchsetzen.

Trotz ihrer knappen Minderheit will die CDU sich gegen die Pläne stark machen. Die Partei kritisiert unter anderem, dass eine Erschließung von der B 207 geplant ist, die wiederum von Sondergenehmigungen der Landesstraßenbaubehörde abhängig ist. Auch der Standort scheint der CDU nicht gut gewählt. "Es ist schade um die Wiesen und das Landschaftsbild", sagt Helmut Rüberg, Vorsitzender der CDU Dassendorf. Alternativ schlägt er vor, an der Dorfstraße 3, auf dem Eckgrundstück Bornweg / Mühlenweg oder am Ende des Spessartweges zu bauen.

Martina Falkenberg hält nicht viel davon. Sie ist froh in dem Dassendorfer Andreas Buhk und der KSK Investoren gefunden zu haben, die das Projekt umsetzen können. Die Idee des Seniorenwohnheims ist nicht neu. Bereits vor etwa 15 Jahren sollte schon einmal gebaut werden. Doch es gab Unstimmigkeiten um den Standort und Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Nun ist das Projekt wieder auf der Tagesordnung. Aktuell sind von 3118 Dassendorfern 885 Bewohner 60 Jahre und älter. "Ich bekomme immer wieder Anfragen von älteren Menschen oder Kindern, die für ihre Eltern eine Möglichkeit suchen, im Alter in Dassendorf zu wohnen", sagt Falkenberg. Aus dem Heimatort wegzuziehen, komme für viele Senioren nicht in Frage. Falkenberg: "Der Bedarf ist da. Und unsere Gemeinde sollte den Menschen die Chance geben, hier im Ort alt zu werden."