Tradition

Hochzeitswald soll weiter wachsen

Geesthacht. Der Hochzeitswald wird immer beliebter. Doch wie schnell soll der kleine Wald künftig wachsen? Über die lieb gewonnene Tradition ist hinter den Kulissen ein Streit entbrannt.

Hintergrund ist die Ankündigung der Verwaltung, künftig nur noch im Frühjahr maximal 25 Bäume zu pflanzen und den Pflanztermin im Herbst ersatzlos zu streichen. Die Politik wurde über diesen Plan nicht informiert.

Nach unserer Berichterstattung über die Pflanzaktion am Wochenende hat Hans-Werner Madaus (SPD) das Thema jetzt umgehend im Ausschuss für Umwelt und Planung angesprochen. "Ich halte das für unglücklich. Die Leute fragen schon, ob denn künftig gelost werden soll, wer einen Baum pflanzen darf", erklärte Madaus, um Zurückhaltung bemüht. Schon jetzt gibt es eine Warteliste für den Termin 2013. SPD-Fraktionschef Samuel Bauer wurde deutlicher: "Ich kann die Verwaltung nicht verstehen. Man hätte ja diskutieren können, ob wir die Aktionen weiter subventionieren wollen. Aber die Verwaltung erwartet von uns ja auch Beistand, und dass wir sie nicht im Regen stehen lassen. Das hier war ein Schuss nach hinten", so Bauer.

"Die Kritik ist angekommen", sagte Peter Junge, der Fachdienstleiter Umwelt und Bauen der Stadtverwaltung. "Der Ausschuss kann die Frage stellen, wo wir damit hin marschieren wollen", regte er an. Im Klartext: Noch ist nicht das letzte Wort gesprochen, dass es im Herbst tatsächlich keine und sonst nur reduzierte Pflanzungen gibt. Junge mahnte allerdings: "Es ist eine freiwillige Aufgabe, die kostet Geld und Zeit, und beides haben wir schlichtweg nicht."

Seit 1996 wurden bereits etwa 150 Bäume im Hochzeitswald am Dösselbuschberg von Hochzeitspaaren, Täuflingen, Jubilaren und Geburtstagskindern gepflanzt. In den vergangenen Jahren mit Rekordbeteiligung. Die Stadt kassiert pro Baum 60 Euro, hat aber etwa dieselben Kosten als Eigenanteil pro Baum und den Aufwand für Verwaltung und Stadtgärtner. "Ich bin sehr neugierig, welche Ideen die Geesthachter haben, wie man es in Zukunft machen könnte", regte Petra Bolte (Grüne), die Ausschussvorsitzende, eine Diskussion mit den Bürgern an. "Ein bisschen mehr Kommunikation wäre schon klasse", gab sie Junge mit auf den Weg.