Kosteneinsparung

Hochzeitswald stößt an Grenzen

Geesthacht. Obwohl sich der Hochzeitswald am Dösselbuschberg steigender Beliebtheit erfreut, schränkt die Stadt die Chance ein, zu einem besonderen Anlass einen Baum zu pflanzen - aus Kostengründen.

Am Sonnabend pflanzten 25 Paare, Jubilare, Täuflinge und Geburtstagskinder einen Baum. Mehr sollen es künftig pro Termin nicht mehr sein, und künftig wird es auch nur noch im Frühjahr, und nicht auch noch im Herbst, einen Pflanztermin geben. Der Stadt waren die Kosten davongelaufen. Denn während die Pflanzenden pro Baum 60 Euro zahlen, fällt dieselbe Summe zuzüglich der Dienstleistungen der Stadtgärtner und der Verwaltungsmitarbeiter noch einmal an.

1996 wurden die ersten Bäume auf dem Gelände am Dösselbuschberg gepflanzt. Waren es anfangs oft nur drei oder vier Bäume, ist diese Zahl in den vergangenen drei Jahren rasant gestiegen. Viele Geesthachter nutzen die Chance, sich mit einem eigenen Baum im Hochzeitswald zu verewigen. Oft wird ein Baum auch von Freunden an Paare zur Hochzeit verschenkt. Der Hochzeitswald liegt im Trend, deshalb soll er auch nach Norden erweitert werden. Ein 4,4 Hektar großes Feld, das 2011 aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen wurde, wird gerade als ökologische Ausgleichsfläche neu angelegt - und ein Teil ist für die Erweiterung des romantischsten Waldes der Stadt vorgesehen.

Doch das Pflanzen von Bäumen soll nun eingeschränkt werden. Schon gibt es eine Warteliste für den nächsten Termin 2013. Dabei sind die Politiker, wie die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Planung, Petra Bolte (Grüne), stolz auf den Hochzeitswald. "Die schönsten Ereignisse des Lebens wie Taufe, Hochzeit, Geburtstag oder Jubiläum werden hier von den Geesthachtern zelebriert", sagt sie.

Otto Schefter, Mitarbeiter der städtischen Betriebe, ist seit Jahren als Helfer beim Pflanzen im Dienst. Diesmal griff er selbst zum Spaten, pflanzte gemeinsam mit seiner Frau zum 40. Hochzeitstag eine Rotbuche. "Mein Mann hat immer so von dieser schönen Arbeit geschwärmt", berichtete Monika Schefter. Und mit den Töchtern und Schwiegersöhnen pflanzte die Familie anlässlich einer Hochzeit und einer Geburt gleich noch zwei weitere Bäume. "Unser Baum soll so wachsen wie unsere Liebe", sagte Nathalie Blaauw, die mit ihrem Mann Michael eine Vogelkirsche anlässlich der Hochzeit am 15. Juli 2011 pflanzte.

"Wir haben in diesem Jahr einige Mehrfachpflanzer dabei. Gründe, einen Baum zu pflanzen, gibt es viele", so Franko Stein vom Umweltamt. Er betreut den Hochzeitswald. Stein: "Ich bin begeistert, wie gut das Angebot mittlerweile angenommen wird." Die Frage ist jetzt, ob die Pflanzenden vielleicht selbst mehr Kosten übernehmen könnten, damit keine Begrenzung notwendig wird.

Natascha und Axel Schoor pflanzten mit ihren Töchtern Lea und Hanna eine Roßkastanie im Hochzeitswald - ihren Familienbaum. "Es ist doch schön, wenn noch die Kinder und die Enkel in Jahrzehnten hierher kommen können, um unseren Baum zu besuchen", sagte Natascha Schoor. Mit einer Traubeneiche erinnern Sandra und Kai Fischer an ihre Hochzeit am 11.11.11. "Die Wurzeln sind gelegt, der Baum wird immer stärker, das ist doch ein tolles Symbol für die Ehe", sagte die seit fünf Monaten verheiratete Braut.