Not-OP

Lebensgefahr nach Attacke mit Messer

Geesthacht. Eigentlich sind Kai S. (43) aus Lauenburg und Sven E. (44) aus Geesthacht Cousins, die sich schon wegen ihrer familiären Bindung miteinander vertragen sollten. Doch wegen der gemeinsamen Liebe zu Nicole S. (34) fanden sich beide Männer in der Rolle von Rivalen wieder - und ihre verwandtschaftliche Beziehung ging in die Brüche.

Am Montagabend eskalierte die Situation zwischen den beiden in der Wohnung von Nicole S. Die Frau saß mit Kai S. und dessen Onkel (52) in der Wohnung, als Sven E. plötzlich an der Hegebergstraße erschien. Eigentlich wollte er Nicole S. den Wohnungsschlüssel bringen und einige seiner Sachen abholen. Stattdessen geriet er mit seinem Cousin in der Wohnung in eine heftige und lautstarke Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Lauenburger ein Messer zog. Der 52-Jährige griff noch ein, konnte seine Neffen aber nicht auseinander bringen. Sven E. trug eine erhebliche Stichwunde am Bauch sowie Verletzungen am Bein und an der Hand davon. Er schwebte in Lebensgefahr. "In einer Notoperation noch in der Nacht konnte das Opfer gerettet werden", sagte gestern Nachmittag Polizeisprecherin Sonja Kurz.

Nach Angaben der Nachbarn gab es in der Erdgeschosswohnung an der Hegebergstraße immer wieder lautstarke Auseinandersetzungen. So auch am Montagabend. Dennoch sieht die Staatsanwaltschaft nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei keine Tötungsabsicht. "Wir ermitteln jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung", sagte Sonja Kurz. Nicht einmal Haftgründe konnte die Staatsanwaltschaft erkennen - nach Abschluss der Ermittlungen wurden die Beteiligten wieder auf freien Fuß gesetzt. Dabei waren zunächst zur Unterstützung der Geesthachter Kriminalpolizei auch Beamte der Lübecker Mordkommission und der Spurensicherung im Einsatz.

Wegen der unübersichtlichen Zustände im Leben der 34-Jährigen kümmert sich jetzt das Jugendamt um die beiden Kinder. "Wir hatten schon vor dem Einsatz am Montagabend eine Familienhelferin eingesetzt", sagte gestern Karsten Steffen, der Sprecher der Kreisverwaltung. Nachbarn hatten das Jugendamt über die für sie unerträgliche Situation unterrichtet.