Elbe Residenz

Ein Teil der Schulden ist beglichen

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Kai Gerullis und Timo Jann

Geesthacht. Die 83 Bewohner der Seniorenwohnanlage „Elbe Residenz“ an der Trift müssen vorerst keine Angst mehr vor einem Abschalten der Heizungs- und Warmwasservorsorgung haben: Heim-Betreiber Fontiva hat einen Teil seiner sechsstelligen Schulden bei den Stadtwerken beglichen.

Der Versorger sieht sich nun nicht mehr gezwungen – wie ursprünglich geplant – als letzte Konsequenz nach einem monatelangen Mahnverfahren das Seniorenheim von der Fernwärmeversorgung zu trennen.

Wie berichtet, wurde vergangene Woche bekannt, dass Fontiva bei den Stadtwerken einen Schuldenberg von fast 150 000 Euro für nicht gezahlte Rechnungen für Fernwärme, Strom und Wasser angehäuft hatte. Das verbleibende Minus will das Seniorenheim in zwei Zahlungen nun bis spätestens 18. März begleichen. Fontiva-Geschäftsführerin Monika Egger hatte sich nach der Recherche unserer Zeitung vergangene Woche umgehend um einen Kontakt zu den Stadtwerken bemüht. Sie hatte aber behauptet, das Thema sei längst vom Tisch, weil man längst bezahlt habe. Das war bis vergangene Woche allerdings nicht der Fall.

Auch wenn die Versorgung durch die Stadtwerke vorerst gesichert ist: Die offenbar herrschende finanzielle Schieflage könnte für Fontiva durchaus noch schwerwiegende Konsequenzen haben. „Bei uns läuft ein Verfahren zur Prüfung der Zuverlässigkeit des Betreibers durch die Heimaufsicht trotzdem weiter“, sagte gestern Karsten Steffen, der Sprecher der Kreisverwaltung. Im Zuge dessen beurteilt der Kreis Herzogtum Lauenburg, wie solvent der Träger ist. Und auch Dr. Detlef Kramer, der mit Partnern seinerzeit das Gebäude der Elbe Residenz am Wochenmarkt errichtet hatte und es über die „Elbe Residenz GmbH“ an Fontiva vermietet, hat der Streit ums Geld mit den Stadtwerken auf den Plan gerufen. „Wir versuchen fieberhaft, an Frau Egger heranzukommen“, sagte Kramer gestern. Ein Anwalt ist eingeschaltet.

Zurzeit werde geprüft, ob und in welcher Höhe es auch bei der „Elbe Residenz GmbH“ durch das Unternehmen Fontiva Außenstände gibt, so Kramer. „Im Laufe der Jahre hat es da ja viele Veränderungen gegeben“, sagt Kramer und spielt auf ein Geflecht von immer neuen Gesellschaften an, die direkt oder als Firmensitz und bei den Geschäftsführerposten eine wechselvolle Zeit hinter sich haben. Immer wieder taucht dabei Monika Egger in verschiedenen Funktionen auf.

Auch das Hospiz über dem Kleinen Theater an der Schillerstraße lief bis zum vergangenen Jahr unter der Regie von Fontiva. „Es war uns wichtig, das Hospiz rauszulösen, um es vernünftig fortführen zu können“, sagt Kramer vielsagend.

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