Geburten 2009

Henry – erstes Baby im neuen Jahrzehnt

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Timo Jann

Geesthacht. 585 Babys sind im vergangenen Jahr im Kreißsaal des Geesthachter Johanniter-Krankenhauses auf die Welt gekommen. Das sind 68 weniger als im Jahr zuvor. Noch davor wurden in der Klinik sogar 700 Babys pro Jahr geboren.

Allerdings weichen werdende Geesthachter Mütter offenbar nicht auf andere Krankenhäuser aus, sondern die Geburtenzahlen gehen insgesamt zurück: „Wir haben die Daten mit den Einwohnermeldeämtern abgeglichen und für Geesthacht, Lauenburg und Schwarzenbek einen Geburtenrückgang um jeweils rund zehn Prozent festgestellt“, erklärt Dr. Klaus von Oertzen, der Chefarzt der gynäkologischen Abteilung der Klinik am Runden Berg.

Mit Henry Sullyvan gab es gestern um 6.55 Uhr bereits das erste Baby des neuen Jahrzehnts. Der erste Sohn von Daniela und Daniel Paul aus Schwarzenbek wog bei der Geburt 2885 Gramm und war 52 Zentimeter groß. Die Eltern hatten sich ganz gezielt für das Johanniter-Krankenhaus als Geburtsklinik entschieden, weil es einen guten Ruf genieße. „Die Geburt war kein Spaziergang, aber die Arbeit der Hebammen hier ist einfach klasse“, sagte Daniela Paul am Nachmittag. „Unsere Patientinnen sind sehr zufrieden“, sagt Oberarzt Dr. Martin Neuß. „Wir wollen künftig verstärkt mit der hohen Qualität unserer Arbeit werben und uns deshalb auch als babyfreundliches Krankenhaus zertifizieren lassen“, sagt er. Damit sollen auch werdende Mütter aus dem Umland, etwa aus Lüneburg für die Geburt nach Geesthacht gelockt werden. „Viele der Anforderungen erfüllen wir bereits, aber so ein Qualitätssiegel ist wichtig“, sagt Neuß.

In Hamburg und Schleswig-Holstein ist die Zahl der Geburten ebenso wie in Geesthacht rückläufig. Trotz politischer Bemühungen, etwa durch das Elterngeld neue Anreize zum Kinderkriegen zu schaffen, hält der Abwärtstrend bei den Geburten seit Jahren an.

Im Johanniter-Krankenhaus gab es 2009 nur einmal Zwillinge, ansonsten jeweils nur ein Baby. „Jungs und Mädchen halten sich dabei fast die Waage, die Mädchen liegen mit 50,3 Prozent ganz knapp vorn“, sagt Klaus von Oertzen. 28 Prozent der Mütter bekamen ihr Kind durch einen Kaiserschnitt. Ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund für diesen Anstieg sei auch, dass Mütter häufiger den Wunsch äußern, per Kaiserschnitt zu entbinden. 21 Prozent der Schwangerschaften galten als sogenannte Risikoschwangerschaften, beispielsweise wenn die Mütter älter als 35 Jahre waren oder es im Vorwege Operationen gab. Mit nur drei Prozent ist die Verlegungsrate der Babys zur weiteren Behandlung in andere Kliniken sehr gering.

„Ein Erfolg unserer Kooperation mit dem Lüneburger Kinderkrankenhaus“, sagt von Oertzen. Aus der Hansestadt kommt täglich ein Kinderarzt zur Visite nach Geesthacht. 15 Prozent der Geburten erfolgten ambulant, 15 Prozent waren Wassergeburten. Voraussichtlich in diesem Jahr soll die gynäkologische Abteilung der Klinik im dritten Obergeschoss modernisiert werden.

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