Krümmel

Kritik an Atomaufsicht

Geesthacht (ger). Ob in der Leitwarte des Atomkraftwerks Krümmel künftig alle Gespräche aufgezeichnet werden, muss nun das Gericht entscheiden. Wie gestern berichtet, hat die Betreiberfirma Vattenfall jetzt Klage gegen die Auflage des Sozialministeriums eingereicht, ein System zur Audioüberwachung zu installieren.

Für den Geesthachter CDU-Ratsherrn Sven Minge sei der Streit ein Beleg dafür, dass "die Ansiedlung der Atomaufsicht beim Sozialministerium eine offensichtliche Fehlkonstruktion in der Landesregierung ist". Minges Ansicht nach sei das Ministerium völlig überfordert, Vorgänge im Atomkraftwerk richtig einzustufen. "Dazu gehört, dass meldepflichtige Ereignisse, die für Mensch und Tier keine Gefahr darstellen, zeitnah entstellt in der Öffentlichkeit landen. Eher wird dieses Thema vermutlich gewollt zum Politikum. Das verursacht mehr Panik als Aufklärung", betont Minge. "Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Vorschläge aus Kiel zur Sprachaufzeichnung wieder diesem Zweck dienen."

Nach Minges Ansicht sei nicht die Datenmenge das Problem, sondern die Auswertung in Kiel.

Der Geesthachter erinnert an den Trafobrand vom Juni 2007: "Vattenvall stand in der Kritik, dass die Öffentlichkeit nur verhalten informiert wurde. Im Rahmen der Debatte stellte sich heraus, dass die Atomaufsicht eine Vielzahl von Daten erhalten hatte."

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