Vattenfall

Pumpspeicherwerk: Fit für die Zukunft

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Timo Jann

Geesthacht. Der Energiekonzern Vattenfall macht sein Pumpspeicherwerk am Elbhang in Geesthacht fit für die Zukunft.

"Dieses Jahr stehen gleich mehrere Maßnahmen an, mit denen wir die Technik der Anlage für die kommenden Jahre auf Vordermann bringen", sagt Kraftwerksleiter Lothar Köppke von Vattenfall Mining & Generation.

Mit Millioneninvestitionen bis zum Jahr 2020 rüstet sich Vattenfall. Denn: "Wir werden in Zukunft dringend solche Speichermöglichkeiten brauchen, wenn erst die ganzen Windkraftparks in der Nord- und Ostsee Strom liefern", sagte Vattenfall-Vorstand Klaus Aha schon bei der Feierstunde zum 50-jährigen Jubiläum des Kraftwerkes im vergangenen Oktober. Jetzt ist es so weit. Neben der Erneuerung der Kranbahn am Maschinenhaus will Vattenfall in den kommenden Jahren auch in die Leittechnik, in die Abdichtung des 500 mal 600 Meter großen Stausees auf dem Geesthang und die Betonsanierung des Einlaufbauwerkes investieren. Von April bis Dezember soll auch die Maschine C (Richtung Geesthacht im Maschinenhaus gelegen) überholt werden.

2000 Familien kann das Pumpspeicherwerk mit Strom versorgen. 120 Megawatt (MW) beträgt die Leistung - und das schon seit mehr als 50 Jahren. Insgesamt hat das Kraftwerk am Elbufer seit der Inbetriebnahme am 15. Oktober 1958 schon mehr als vier Millionen Megawattstunden Strom aus Wasserkraft erzeugt.

Damit der Betrieb einwandfrei weitergehen kann, wird jetzt in einem ersten Bauabschnitt das Fundament aus Stahlbeton für die beiden 125-Tonnen-Portalkräne erneuert. "Die Kräne sind die einzige Möglichkeit für uns, große Bauteile ins Maschinenhaus zu bekommen", erklärt Köppke. Die Kräne können Bauteile durch das aufschiebbare Dach ins Gebäude heben. Die alten Fundamente der fahrbaren Kräne hatten ihre Standfestigkeit zuletzt verloren. Köppke: "Von Juni an können wir die Kranbahn nach der Aushärtung des Stahlbetons wieder voll belasten."

Schon im nächsten Monat soll mit einer umfangreichen Zwischenrevision für den westlichsten der drei Maschinensätze begonnen werden. "Bis Dezember stehen dabei reichlich Arbeiten an", so Köppke. Und im Sommer kommt dann die neue Abdichtung für den 3,8 Millionen Kubikmeter Wasser fassenden Stausee hinzu.

Der Betrieb des Pumpspeicherwerk könnte effektiver gestaltet werden, doch aufgrund des "Wasserpfennigs", der vom Land 2001 eingeführten Oberflächenwassernutzungsabgabe, lässt es sich nicht wirtschaftlich betreiben. Vattenfall muss das Elbwasser teuer bezahlen. Die Politik - zuletzt Staatssekretär Klaus Schlie (CDU) aus Mölln zum Jubiläum - hat immer wieder versprochen, für eine Ausnahmeregelung zu sorgen. Bisher ohne Ergebnis.

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