Stadtplanung

Zoff um die Biesdorfer Düne

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Timo Jann

Geesthacht. Zoff um die Nutzung des Dünenstreifens an der Biesdorfer Straße. Klaus Radszuweit, der neu gewählte Vorsitzende des Seniorenbeirates, sprach sich gegen die Einrichtung eines naturnahen Spielpfads aus.

Kinder und Jugendliche würden die Natur stören und vor allem Lärm verursachen. Argumente, die bei den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Planung für einhelliges Unverständnis sorgten. "Wir sollten froh sein, dass unsere Kinder in die Natur gehen und nicht nur vor dem Fernseher sitzen", fand Petra Bolte (Grüne), die Vorsitzende des Ausschusses für Planung und Umwelt der Stadtverwaltung, deutliche Worte gegenüber Radszuweit. Und auch Jens Schumann (SPD) distanzierte sich von der Kritik des Seniorenbeiratsvorsitzenden. "Das ist doch eine tolle Möglichkeit, damit Senioren und Kinder ins Gespräch kommen und voneinander lernen". "Danke für die Belehrung", reagierte Radszuweit daraufhin aus der Zuschauerreihe. Pikant: Radszuweit selbst lebt an der Biesdorfer Straße in direkter Hör- und Sichtweite des als Spielfläche geeigneten Platzes. Nur sein Ehrenamt hatte ihm überhaupt ermöglicht, sich im Ausschuss äußern zu dürfen. Doch sein ausschweifender Beitrag stieß auf Unmut, Petra Bolte entzog ihm schließlich das Wort.

Die Biologin Heidrun Tacke hatte dem Fachausschuss die Ergebnisse ihrer Untersuchung für den 700 Meter langen und insgesamt 5,1 Hektar großen Dünenstreifen vorgestellt. Den Wunsch der Stadtjugendpflege nach Spielgelegenheiten für die Kinder aus der Umgebung konnte sie dabei nachvollziehen und mit dem kleinen Wäldchen zwischen der Biesdorfer Straße und dem Neuköllner Weg auch eine geeignete Fläche anbieten. "Wir dürfen Kinder und Jugendliche da nicht ausgrenzen", sagte Rüdiger Tonn (FDP) und sprach sich für einen Spielpfad aus. "Wenn man die Natur schützen will, muss man sie auch den Menschen näher bringen", sagte der Erste Stadtrat Dr. Volker Manow.

Heidrun Tacke fand dann auch Zustimmung für ihren Vorschlag des Pflege- und Nutzungskonzeptes für den aus der Zeit des Wasserabflusses nach der Eiszeit stammenden Dünenstreifen, den sie gemeinsam mit Ulrike Stüber vom Fachdienst Umwelt ausgearbeitet hatte. So soll der Baumbestand gelichtet werden, der Zugang in besonders schützenswerte und von der Sonne beschienene Sandbereiche durch Zäune verhindert werden - etwa um den buntbäuchigen Grashüpfer zu schützen - und die Anlage des Spielpfades geprüft werden.

Ärgerliches Problem: Viele Anwohner laden Gartenabfälle in den Dünen ab. Das soll künftig verhindert werden. Wie, darüber wird noch beraten. Auch Hundebesitzer sollen dazu angehalten werden, dass über den Kot ihrer Tiere nicht zu viele Nährstoffe eingetragen werden, die die typische Natur der Düne stören.

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