Chagall-Ausstellung

"Ein kulturelles Ereignis"

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Gregor Bator

Geesthacht. "Es ist schon faszinierend, die Werke eines der berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts in unserer kleinen Stadt bewundern zu können", meinte der Düneberger Pastor Thomas Heisel und sprach wohl allen Besuchern der Vernissage aus der Seele.

Am Sonnabend hatte die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Geesthacht zur Eröffnung der Ausstellung von Marc Chagall in ihre Friedenskirche an der Querstraße 4 eingeladen, rund 80 interessierte Geesthachter kamen - und waren restlos begeistert. In Kooperation mit der Volkshochschule und Sponsoren präsentieren die Baptisten bis zum kommenden Sonntag, 22. Februar, Chagalls berühmte "Bilder zur Bibel", insgesamt 42 Lithographien.

"Uns ist ein großer Wurf gelungen, den wir vielen eifrigen Helfern aus unserer Gemeinde, aber auch der Unterstützung von außen zu verdanken haben", dankte der Gemeindeleiter Michael Blau allen Beteiligten. "Es ist ein herausragendes kulturelles Ereignis, die Chagall-Malerei in dieser Aufmachung in Geesthacht zu zeigen", betonte VHS-Geschäftsführerin Gesa Häsler. Im Namen der Stadt gratulierte dazu die stellvertretende Bürgervorsteherin Heide-Lucia Gloor.

Im Mittelpunkt der Vernissage stand eine hochkarätige Einführung in die Ausstellung durch den Möllner Chagall-Kenner Dr. Winfried Eisenblätter. Mit fundiertem Hintergrundwissen erläuterte er am Beispiel von vier ausgewählten Lithographien die Inhalte, Neigungen und nicht zuletzt die "nahezu undefinierbare Beziehung" Chagalls zu Religionen und Konfessionen. "Er war kein praktizierender Jude und auch kein Christ. Und dennoch setzte sich Chagall wie kein anderer seiner Zeitgenossen mit der Bibel auseinander. Sie hat ihn ebenso fasziniert, wie alles, was ihm begegnete", betonte Eisenblätter. An die jüdischen Wurzeln Chagalls knüpfte gestern ein Klezmer-Musikabend an, den Winfried Eisenblätter mit meditativer Bildbetrachtung anreicherte.

Mit Impressionen zu "Skandal im Regierungspalast" und "Verbotene Früchte schmecken besonders gut" gastiert am 20. und 21. Februar, jeweils ab 19.30 Uhr, der Chagall-Experte Pastor Helmut Gohr in der Friedenskirche. Am Sonntag, 22. Februar, wird Gohr die Finissage gestalten. Beginn: 11 Uhr. Die Ausstellung kann nur diese Woche, täglich von 15 bis 20 Uhr, am Sonnabend von 11 bis 20 Uhr, besichtigt werden. Gruppenführungen: täglich von 9 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung. Die Ansprechpartnerin, Diakonin Andrea Fietz, ist telefonisch unter (01 51) 12 94 86 11, per E-Mail unter friedenskirche-geesthacht@hansenet.de zu erreichen.

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