Analyse

Wie lebt es sich im Osten der Stadt ?

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Annette Luckey

Geesthacht. Grünhof-Tesperhude war einmal ein eigenständiges Dorf, bevor es 1942 in Geesthacht eingemeindet wurde. Doch die rund 3000 Bewohner fühlen sich von der Stadt "abgehängt".

Mehrere Kilometer dichter Wald trennen den heute noch dörflich geprägten Ortsteil vom Stadtgebiet. Die abgeschiedene Lage am Geesthang ist nicht der Grund für die Unzufriedenheit der Menschen, sondern das Fehlen von vielen Einrichtungen. Zum Einkaufen müssen sie nach Geesthacht fahren, eine Apotheke - Fehlanzeige. Auch ein großer Saal für Veranstaltungen, Theater und Feste fehlt den Bürgern_ es gibt keinen Orts-Mittelpunkt.

Der Bürgerverein, inzwischen Sprachrohr für mehr als 350 Menschen, hatte sich bislang vergeblich bemüht, nach dem Vorbild in Gülzow eine Art Markttreff als Versorgungs- und Kulturzentrum auf den Weg zu bringen - vergeblich. Das Förderprogramm für ländliche Räume ist jedoch nicht für Stadtteile gedacht.

Nun haben Politik und Stadtverwaltung das Problem aufgegriffen und 18 000 Euro für die Erstellung einer Stadteilanalyse bereitgestellt. "Wir wollen nicht einfach auf Klagen reagieren und etwas hinsetzen, sondern die Bedürfnisse vieler Grünhof-Tesperhuder ermitteln und schauen, was die Infrastruktur tatsächlich hergibt", erläuterte Christoph Wieck vom Fachdienst Soziales im Sozialausschuss. Die Stadt hat die Firma Prokom, ein Büro für Projektplanung und Kommunikation im Bauwesen, beauftragt, die bereits die Planung der Fußgängerzone erfolgreich moderiert hat. Die Firma wird Anfang März beginnen, Einwohnerdaten zu sammeln und sich den Ortsteil ansehen, um eine Stärken-Schwächen-Analyse zu erstellen. Es sind Gespräche mit Vereinen und Interessenträgern (Kirche, Sport, Schule) geplant. Kinder und Jugendliche werden in speziellen Veranstaltungen beteiligt. "Die Zwischenergebnisse werden öffentlich vorgestellt, damit auch Bürger, die keinem Verein angehören, angesprochen werden", sagt Prokom-Experte Ernst Wessels.

Katja Wieckhorst vom Vorstand des Bürgervereins, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Ort lebenswerter zu gestalten: "Wir freuen uns, dass das Problem so schnell aufgegriffen wird."

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