Soziales

Von Renovierung stand nichts im Vertrag

Geesthachtb (kl). Renoviert oder nicht renoviert? Das ist hier die Frage. Und da haben die Stadtverwaltung und Herbert Diercks verschiedene Ansichten - zumindest, was den Waschmaschinenanschluss und einige Restarbeiten angeht.

Der 72-Jährige, der von einer 553 Euro Rente und 146 Euro Grundsicherung lebt, will in dieser Woche in seine neue Wohnung an der Hugo-Otto-Zimmer-Straße umziehen. "Zwei Zimmer für 230 Euro plus 50 Euro Nebenkosten, das ist toll", freut sich Herbert Diercks. Auch sonst findet er das Domizil in Ordnung. Nur einige Löcher in den Wänden, ungestrichene Fußleisten und Wände störten ihn. Der Rentner kaufte Farbe, spachtelte und strich - wollte einen Teil des Geldes, etwas über 100 Euro von der Stadt zurück, der die Wohnung schließlich gehört. Und: Seine Frontlader-Waschmaschine passe nicht in die Küche, wo ein Anschluss vorhanden ist. Darum müsse die Stadt ihm einen Anschluss ins Bad legen, fordert Diercks.

Der Fachdienst Immobilien lehnt das ab: "Im Mietvertrag von Herrn Diercks steht, dass er die Wohnung so übernimmt und dafür beim Auszug nicht renovieren muss", sagt Peter Wolke. Im Übrigen sei die Wohnung "top", der Vormieter habe sie kaum genutzt. Dass die Waschmaschine nicht passe, sei Pech.

Das meint auch Christoph Wieck, Leiter des Fachdienstes Soziales. Grundsätzlich haben Menschen, die Grundsicherung bekommen, zwar Anspruch auf Beihilfe, wenn sie renovieren müssen. "Das wäre möglich, wenn der Mietvertrag von Herrn Diercks es fordert, aber das tut er nicht".

Für den 72-Jährigen eine schlechte Nachricht. Er hat sein Konto überzogen, 300 Euro für Material ausgegeben. Er hofft nun auf die Kautionsrückzahlung seines alten Vermieters. Diercks räumt ein, dass die Stadt ihm auch entgegen gekommen sei: Für die neue Kaution (690 Euro) musste er nur 150 Euro anzahlen, stottert den Rest in Raten von 15 Euro ab.

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