Messungen

Die ersten Pollen sind unterwegs

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Annette Luckey

Geesthacht. Der Winter hat Geesthacht noch im Griff - dennoch sind sie vereinzelt schon unterwegs: die Haselnusspollen. Sobald die Temperaturen über null steigen, schweben die mikroskopisch kleinen, dreipickeligen Haselkörnchen durch die Luft und können Allergikern, wenn sie massiv auftreten, erheblichen Ärger machen.

Verein des Lungenfachzentrums startet Messungen für Allergiker schon im Januar. In den nächsten Tagen kommen die ersten Werte heraus.

"Nach der grünen Weihnacht sind die Haselsträucher schon sehr weit entwickelt und gehen jetzt schnell auf", sagt Vanessa Lübbert, pneumologische Arzhelferin im Lungenzentrum von Dr. Petra Mikloweit und Dr. Wolfgang Zachgo. Höchste Zeit, jetzt wieder die grüne Pollenfalle auf dem Dach des Johanniter-Krankenhauses in Betrieb zu nehmen.

"Der Deutsche Wetterdienst, den wir mit Messungen beliefern; hat uns in der vergangenen Woche angerufen und gebeten, wieder anzufangen", sagt die 27-Jährige. Seit zwei Tagen nun dreht sich die Burkardfalle (benannt nach dem britischen Erfinder) wieder und saugt die Luft mitsamt Pollen an.

Zweimal wöchentlich steigen Vanessa Lübbert und eine Kollegin dem Krankenhaus aufs Dach, entnehmen die mit Vaseline bestrichene Plastikfolie von der Trommel, auf der die mit der Luft angesaugten Pollen kleben bleiben.

Im Labor des Lungenfachzentrums liegt bereits der erste Messstreifen, fein säuberlich in Tagesabschnitte zerteilt und auf gläsernen Objektträgern fixiert. Lübbert: "Rosa eingefärbt, lassen sich die Pollen unter dem Mikroskop deutlich nach Form und Struktur unterscheiden, zuordnen und zählen." Die erste Auswertung erfolgt in den nächsten Tagen - auch wenn noch keine Pollen-Gefahr im Verzuge ist.

Für das Lungenfachzentrum und die vielen Allergiker (in der Hochsaison mehr als 50 Patienten) ist die Pollenflugvorhersage eine wichtige Hilfe, die Beschwerden richtig einzuschätzen und Medikamente gezielt einzusetzen, wenn Augenbrennen, Juckreiz im Rachen und triefende Nase massiv auftreten. Die vom Arzt verordneten Mittel - Antiallergika, Desensibilisierungs-Behandlungen - sind bewährt. Auch selbst können die Patienten für Erleichterung sorgen: "Es gibt Pollenschutz-Gitter für Fenster, sonst sollte man sie tagsüber geschlossen lassen, die Kleidung im Bad ausziehen und sich die Haare waschen", zählt Lübbert die gängigen Methoden auf.

Auf mehr als sieben Pollenarten werden die Proben regelmäßig im Lungenfachzentrum an der Norderstraße 12 untersucht: neben Haselnuss Birke, Erle, Eiche, Gräser und Roggen. Lübbert: "Wenn man Allergien nicht behandelt, können sie in die Bronchien wandern und zu chronischem Asthma führen." Mehr als zwölf Prozent der Bevölkerung sind Pollenallergiker - mit zunehmender Tendenz, so der Deutsche Wetterdienst. Durch die allgemeinen und regionalen Vorhersagen könne die Prophylaxe erheblich verbessert werden. Auch die Geesthachter können die Vorhersagen nutzen. Die Ergebnisse der Messungen des Vereins Pollenflug-Information Lungenfachzentrum Geesthacht werden jetzt regelmäßig wieder in unserer Zeitung veröffentlicht.

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