Naturschutz

BUND will heimische Knicks erfassen

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Geesthacht/Börnsen. Die Knicks prägen die Landschaft in Schleswig-Holstein - und sind für viele Pflanzen und Tiere ein wertvoller Lebensraum geworden. Als Übergangsstandort zwischen Wald und Freiland bietet der Knick eine große ökologische Vielfalt.

Hainbuche, Hasel, Esche, Weißdorn, Schlehe oder Pfaffenhütchen wachsen auf den Wällen, die Felder begrenzen und vor starkem Wind schützen. In einem einzigen Knick können bis zu 1800 Tierarten leben. Besonders auffällig ist die reiche Singvogelwelt: Dorngrasmücke, Heckenbraunelle und Goldammer sind typische Knickvögel. Aber auch Mäuse und Kaninchen sowie viele Insekten fühlen sich im Knick wohl.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will jetzt mit einer landesweiten Kampagne dafür sorgen, dass Tiere und Pflanzen auch künftig gute Bedingungen vorfinden. In jeder Kommune können Bürger einen Fragebogen ausfüllen, in dem das Alter und der Zustand von heimischen Knicks aufgeführt sind. Die Knick-Bestandsaufnahme soll Grundlage sein, um einen besseren Schutz durchzusetzen.

Die BUND-Kreisgruppe betreut die Kampagne im Kreis Herzogtum Lauenburg - und sucht dafür noch Mitstreiter. "Welche Naturliebhaber wären bereit, in ihrem Wohnort allein oder in der Gruppe den Ort abzugehen und den Erhebungsbogen auszufüllen?" fragt Klaus Tormählen. Es werden lediglich Zahlenangaben und Ankreuzungen verlangt, keine ausführlichen Texte. Über beigelegte Fotos freuen sich die Umweltschützer.

Dokumentiert werden soll beispielsweise, wie der Knick beschnitten wurde. Denn ein beidseitiger Schnitt in einem Meter Abstand vom Knickfuß ist zwar erlaubt. Allerdings wird es damit häufig nicht so genau genommen. Tormählen: "Das Ergebnis sind vielfach ausgedünnte und nach oben spitz zugeschnittene Hecken, die mit dem eigentlichen Aussehen von ausladenden Knicks nur noch wenig zu tun haben." Maschinen, die beim Beschneiden eingesetzt werden, beschädigen die Sträucher manchmal, weil sie Äste eher abschlagen als abschneiden. Gelegentlich kommt es auch vor, dass Landwirte zu nah an die Knicks heranpflügen - die Wurzeln werden dann beschädigt, die Erdwälle im Laufe der Jahre immer kleiner. Alle acht bis 15 Jahre müssen die Sträucher dicht über dem Boden abgeschnitten, "auf den Stock gesetzt", werden.

Wer bei der Knick-Bestandsaufnahme mitmachen möchte, kann sich bei Klaus Tormählen, Telefon (0 41 52) 7 20 37 46 melden.

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