Trinkwasser

Wasserspeicher wird saniert

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Timo Jann

Geesthacht. Es ist ein wahres Kunstwerk, das zurzeit auf dem Haferberg entsteht: Millionen kleiner Stalaktiten - wie an den Gewölben in Tropfsteinhöhlen - werden künstlich an die Decke des Wasserspeichers der Stadtwerke GmbH gespritzt.

Der Speicher wird gerade saniert. "Die Stalaktiten geben der Decke eine ungleichmäßige Struktur, an der sich Wassertropfen nicht so halten können wie an glattem Beton", erklärt Wilfried Wendlandt vom technischen Büro der Stadtwerke. Vorteil: Keime, die sich in den hängenden Wassertropfen bilden könnten, haben keine Chance mehr. "Das Wasser tropft sofort ab", sagt Wendlandt.

400 000 Euro kosten die Sanierungsarbeiten in der Oberstadt, die voraussichtlich bis Mai andauern. "Wir investieren dieses Geld, um den hohen Qualitätsanspruch, den unsere Kunden an uns stellen, auch in Zukunft problemlos halten zu können", erklärt Wendlandt.

In dem unterirdisch angelegten Wasserspeicher an einem der geografisch höchsten Punkte der Stadt Geesthacht - oberhalb der Straße " Am Hang" gelegen - gibt es zwei jeweils 1250 Kubikmeter fassende Behälter aus Stahlbeton. Vom Wasserwerk am Richtweg wird nachts Wasser in die Behälter gefüllt, das tagsüber dann von den Geesthachtern verbraucht wird. Am Grünen Jäger (oberhalb von Krümmel) gibt es einen zweiten Wasserspeicher, der vom Wasserwerk an der Elbuferstraße aus gespeist wird. Zurzeit verbrauchen die Geesthachter etwa 5000 Kubikmeter Wasser pro Tag, im Sommer sind es oft mehr als 7000 Kubikmeter. Zum Vergleich: Eine Badewannenfüllung beträgt 0,1 Kubikmeter.

Anfang der 80er-Jahre wurde der Speicher auf dem Haferberg in Betrieb genommen. Zum zweiten Mal wird jetzt die innere Beschichtung erneuert. " Weil das Trinkwasser aus dem Stahlbeton Stoffe auslösen würde, kommt das Wasser bei uns nicht direkt mit dem Beton in Kontakt", erklärt Wendlandt. Die Stalaktiten-Decke entspricht jetzt dem ganz neuen Stand der Technik.

Statt eines reinen Kunststoffs kommt jetzt auch ein mineralisches Gemisch mit einem kleinen Kunststoffzusatz als Oberfläche an den Wänden zum Einsatz. Per Wasserstrahl muss zuvor die alte Beschichtung mit 2500 bar Druck abgestrahlt werden. "Weil das nicht ganz geräuschlos geht, können wir die Anwohner nur um Verständnis bitten", sagt Wendlandt. Im Februar ist der erste Behälter fertig und der zweite wird in Angriff genommen. So kommt es nicht zu Versorgungsengpässen. Insgesamt muss eine Fläche von 1200 Quadratmetern neu beschichtet werden.

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