Vortrag

"Lessing ging es um eine sanfte Revolution"

Geesthacht (kl). Der Dialog zwischen Ernst und Falk gehört zu den bedeutendsten Spätwerken des Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing.

Seine "Gespräche für Freimaurer" erschienen 1778 - und standen bei einem Vortrag des Hamburger Geschichtsprofessors Dr. Franklin Kopitzsch im Museum Krügersches Haus im Mittelpunkt. Die Organisatoren des Geesthachter Lessingjahres wollten sich mit dieser Veranstaltung dem politischen Lessing widmen. "Sein politisches Programm bestand vor allem darin, Teilhaben der Bürger am gesellschaftlichen Geschehen zu fördern", erklärte der Referent. Als entscheidend habeder Aufklärer die Bildung von Organisationen angesehen, die außerhalb des absolutistischen Staates standen und Reformprojekte in der Erziehung, medizinischen Versorgung oder Armenbetreuung verwirklichten.

Seinen Dialog zwischen einem Suchenden (Ernst) und einem Wissenden (Falk) nutze Lessing, um sich mit dem Wesen der bürgerlichen Gesellschaft zu befassen, so Kopitzsch: "Es ging ihm um eine sanfte Revolution - die Trennung zwischen den Menschen beseitigen, ohne die Gesellschaft aufzuheben."

Etwa 30 Zuhörer hörten den Vortrag des Historikers - und genossen damit eine fundierte Einführung in die Abschlussveranstaltung des Lessingjahres. Der Hamburger Regisseur Hans-Peter Kurr hat aus dem Dialog ein Theaterstück gemacht. Die Uraufführung ist am Freitag, 30. Januar, im Kleinen Theater Schillerstraße zu sehen. Beginn ist um 20 Uhr. Karten zum Preis von 20 Euro sind bei Zigarren-Fries, Bergedorfer Straße 46, erhältlich.

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