Neujahrsgespräch

150 Gäste diskutierten über Bildung

| Lesedauer: 2 Minuten

Geesthacht (tja). Das Ziel für die Sozialdemokraten ist klar: Bildungsbarrieren müssen abgebaut werden, um allen Menschen gute Chancen zu ermöglichen. "Gerechtigkeit durch Bildung" war das Motto der SPD beim Neujahrsgespräch mit dem Landeschef und Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten der SPD, Ralf Stegner.

150 Mitglieder und Gäste waren der Einladung des Kreisverbandes, der Kreistagsfraktion und des Ortsvereins in den Oberstadttreff gefolgt.

"Längeres gemeinsames Lernen ist das Gebot der Stunde", sagte Stegner. Und er sprach sich deutlich dafür aus, Kinder nicht schon zu früh "auszusortieren". "Bildung ist die Gerechtigkeitsfrage Nummer 1 in Deutschland", so Stegner. Noch immer studiere ein Kind aus einer Professoren-Familie sieben Mal öfter als ein Kind aus einer Arbeiter-Familie. Für ihn sei daher weder die Abschaffung der Lernmittelfreiheit noch die Einführung von Studiengebühren ein Thema. Bei einer Podiumsdiskussion, die der ehemalige SPD-Kreisvorsitzende und Chef der Bavaria-Filmproduktion (unter anderem "Die Buddenbrooks") Dr. Matthias Esche moderierte, diskutierten unter anderem Andreas Dreyer, Leiter des Jugendaufbauwerkes (JAW), Pastorin Antje Laudin, die Geesthachter Gymnasiastin Jana Hamann und der frisch gebackene Arzt Marcel du Moulin aus Mölln über die Möglichkeiten gerechter Bildung.

"Schüler mit sehr schwachen Qualifikationen haben heute am Arbeitsmarkt so gut wie keine Chance", erklärte Dreyer. Im JAW werden Jugendliche deshalb für den Arbeitsmarkt qualifiziert. "Wir brauchen ein langes gemeinsames Lernen, damit niemand beim Wissen zurück bleibt", sagte der JAW-Leiter. Antje Laudin sieht das gemeinsame Lernen durchaus als Chance - um soziale Kompetenz zu lernen, wenn Stärkere den Schwächeren helfen. Ihr Wunsch: "Die Freude am Lernen, die Kinder im Kindergarten haben, müssen wir länger bewahren können."

"Es gibt große Zukunftsängste, wenn man für das Studium erst mal einen Berg Schulden anhäufen muss", berichtete Marcel du Moulin. "Man darf in Schleswig-Holstein nicht den Fehler wie in Hamburg begehen, wo das Studium 1000 Euro pro Jahr kostet", sprach sich der Arzt gegen Studiengebühren aus. Zu groß sei die Hemmschwelle bei Interessierten, die nicht den finanziellen Hintergrund aus dem Elternhaus haben, ein Studium zu beginnen, hat er beobachtet.

Jana Hamann berichtete vom Schulstress: Unterricht bis 17 Uhr, danach noch Hausarbeiten - und der Leistungsdruck wächst. "Das alles ist kaum zu schaffen", sagte die Schülerin.

Nach der Diskussion tauschten sich die Gäste des Neujahrsgespräches, darunter unter anderem Karla Schmidt, die Leiterin der Kreisberufsschule, Kreishandwerksmeister Uwe Riewesell, Geesthachts Erster Stadtrat Dr. Volker Manow sowie Vertreter von Verbänden und Politik, aus. "Wir wollen die gestaltende Kraft im Kreistag sein", machte Fraktionschef Gunar Schlage den Gästen Mut für die Zukunft. "Gerechtigkeit durch Bildung zu schaffen, spannt unseren Bogen zur Beseitigung von Armut", sagte der SPD-Kreisvorsitzende Peter Eichstädt.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Geesthacht