Sozialausschuss

Kibis: Alte Mannschaft, neuer Träger

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Jens Robrahn

Breitenfelde. Der Streit um die Trägerschaft der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen (Kibis) ist entschieden. Einstimmig hat sich der Sozialausschuss des Kreises während seiner Sitzung am Dienstag dafür ausgesprochen, den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband mit der Kibis-Trägerschaft zu betrauen.

Das Team um Renate Schächinger koordiniert die Selbsthilfegruppen künftig für den DPWV.

17 500 Euro gibt der Kreis jährlich als Zuschuss für die Koordinierungs- und Schulungsarbeit. 2500 Euro davon kommen den Selbsthilfegruppen unmittelbar zugute.

"Es geht um die Selbsthilfegruppen, nicht um die Frage, ob der ASB oder der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) diese Arbeit koordiniert und begleitet", machte die Ausschussvorsitzende Monika Brieger (SPD) deutlich. Die Entscheidung wurde dem Ausschuss sicher auch dadurch erleichtert, dass der DPWV mit dem alten Team um Renate Schächinger, die langjährige Leiterin von Kibis im Kreis, antritt. Schächinger war vom ASB gekündigt worden, was unter den Selbsthilfegruppen für erheblichen Unmut sorgte. In der Folge gründete sich ein Beirat aus Vertretern der Gruppen, um deren Interessen zu vertreten. Die Gräben zwischen den Selbsthilfegruppen und dem ASB waren so tief, dass eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich war. Selbst ein Schlichtungsversuch durch das Land scheiterte, wie die Kreisverwaltung berichtete.

Die Nachfolge als Koordinatorin beim ASB trat Ulrike Neidhöfer als Honorarkraft an.

In der Sitzung des Sozialausschusses versuchte Neidhöfer vergeblich die Kreispolitiker davon zu überzeugen, das Geld des Kreises auch weiterhin dem ASB zur Verfügung zu stellen. Sie beklagte das schlechte Klima in der Zusammenarbeit der Beteiligten. "Mir sind zwei Mal Veranstaltungen kaputt gemacht worden", sagte Neidhöfer. Sie musste den Ausschussmitgliedern allerdings auch eingestehen, dass von den etwa 120 Selbsthilfegruppen im Kreis zuletzt nur noch "sechs bis zehn" mit dem ASB zusammengearbeitet haben.

Auf inhaltliche Arbeit setzt Sabine Keßler, Referentin für Kibis beim DPWV-Landesverband in Kiel mit Geschäftsführer Kai Sachs. Sachs sagte, dass die Arbeit der Kontaktstelle nur funktionieren könne, wenn diese von den Selbsthilfegruppen anerkannt werde. Dem dürfte mit der Beschäftigung des bisherigen Kibis-Teams nichts mehr im Wege stehen. Der DPWV sucht jetzt ein neues Büro in der Elbestadt.

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