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Eisbrecher beziehen Position am Wehr

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Timo Jann

Geesthacht. Eiszeit an der Elbe: Am Ufer türmen sich die Eisschollen, und auch der gut 300 Meter breite Fluss ist von Eismassen bedeckt. Allerdings treiben die Schollen mit der Strömung noch träge elbabwärts.

Das Schifffahrtsamt stellt sich in den kommenden Tagen auf eine Eisschollenflut aus Sachsen ein.

Es dauert jedoch fünf Tage, bis Eisschollen aus Sachsen, wo es mit Werten von fast minus 30 Grad nachts die tiefsten Temperaturen Deutschlands gab, in Geesthacht ankommen. "Was das für uns bedeutet, können wir noch nicht abschließend beurteilen. Das hängt sehr von der weiteren Wetterentwicklung in den kommenden Tagen und vor allem Nächten ab", sagte gestern Bettina Kalytta, die Chefin des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Lauenburg. Ihre Behörde setzt die Eisbrecher-Flotte ein, die im Geesthachter Hafen stationiert ist.

Gestern liefen die ersten Spezialschiffe aus. Drei knacken im Elbe-Seiten-Kanal Richtung Lüneburg das Eis auf, zwei sind am Stauwehr in Bereitschaft gegangen.

Das Wehr gilt als Schwachstelle beim Eisabfluss gen Nordsee.1993 saß hier der Eisbrecher "Bison" eine Woche lang in den Eismassen fest. "Wir haben dort jetzt zwei Eisbrecher als reine Vorsichtsmaßnahme stationiert, falls der Eisabfluss unterstützt werden muss", erklärt Bettina Kalytta. Am Wehr stürzen die mehrere Quadratmeter großen Eisschollen einen Wasserfall hinunter, sammeln sich dann und türmen sich manchmal auch auf. Das könnte zu einem Rückstau des Eises führen, der dann den Abfluss blockiert.

Problematisch könnte auch die neue Vogelinsel werden, die sich während des Elbehochwassers 2002 vor dem Menzer-Werft-Platz gebildet hat. Sie engt den Fluss ein, durch die Strömung könnte sich das Eis aufschichten. Das sollen die Eisbrecher verhindern. "Bauchschmerzen bereitet uns die Situation noch nicht, aber wir werden sie genau beobachten", so die WSA-Chefin.

"Zurzeit ist hier auf der Elbe alles ruhig, wir warten ab. Die Fließgeschwindigkeit der Elbe beträgt etwa 120 Kilometer pro Tag, und von Sachsen bis zu uns sind es 600 Kilometer", sagt Andreas Schultz, der Einsatzleiter der Eisbrecher-Flotte. 1996 mussten die Spezialschiffe die 230 Kilometer lange Strecke von Tesperhude bis Magdeburg aufbrechen. Über Wochen war die Schifffahrt eingestellt. Das ist zurzeit nicht absehbar. "Wir beobachten regelmäßig die Eismeldungen", erklärt Kalytta.

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