Bühne

Wenn die Fassade bröckelt

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Geesthacht (lu). Ihre Stücke sind witzig und unterhaltsam, aber auch nachdenklich und böse. Mit "Der Gott des Gemetzels" ist Yasmina Reza wieder eine Komödie gelungen, die ihren Ruf als weltweit meist gespielte zeitgenössische Dramatikerin bestätigt.

"Der Gott des Gemetzels" in einer Inszenierung des Hans-Otto-Theaters aus Potsdam ist am Dienstag, 6. Januar, um 20 Uhr im Kleinen Theater an der Schillerstraße zu sehen.

Zwei Jungs haben sich geprügelt und der eine hat dem anderen einen Zahn ausgeschlagen. Nun treffen sich die Eltern, um in aller Ruhe und vernünftig über den Vorfall und die Konsequenzen für die beiden Buben zu sprechen.

Aus dem harmlosen Treffen zweier Elternpaare, deren Söhne sich brutal geprügelt haben, wird eine ebenfalls handfeste Auseinandersetzung. Der "Friedensgipfel", den die Eltern der Jungen sich vorgenommen hatten, wird - als Leckerbissen für vier Schauspieler und das Publikum - eine Zimmerschlacht.

Mit brillant geschriebenen Dialogen lotet Yasmina Reza die fließenden Grenzen zwischen Zivilisiertheit und Barbarei aus und gibt den Blick hinter die mühsam aufrechterhaltene bürgerliche Fassade frei. Yasmina Rezas Fazit: In jedem steckt ein Gewalttäter. Karten sind im Vorverkauf bei Zigarren Fries an der Bergedorfer Straße 46 zuzüglich einer Vorverkaufsgebühr für 27, 24 oder 19 Euro erhältlich.

Mit der Premiere in Geesthacht nehmen die Schauspieler ihre Tournee wieder auf. Deshalb wird das Bühnenbild bereits am Abend vor der Vorstellung aufgebaut. Die Gelegenheit will Theaterchef Ulrich Jacobi nutzen, interessierte Besucher hinter die Kulissen zu führen und ihnen das Theater und die Technik zu erläutern. Im Anschluss gibt es für die Besucher ein Getränk und die Gelegenheit, Jacobi ausführlich über das Theaterprogramm des Hauses zu befragen und zu diskutieren.

Die Führung am 5. Januar beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt dazu ist frei, Jacobi bittet aber um eine telefonische Anmeldung in der Vorverkaufsstelle Fries unter der Rufnummer (0 41 52) 33 72.

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