Tradition

Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann

| Lesedauer: 3 Minuten
Karin Lohmeier

Geesthacht. Wo ist der Weihnachtsmann geblieben? Der Mann mit dem roten Mantel macht sich in diesem Jahr in Geesthachts City rar. Die Wirtschaftliche Vereinigung Geesthacht hatte ihn in den vergangenen Jahren immer in die Stadt geholt. Diesmal: Fehlanzeige. "Wir haben gesucht, aber keinen gefunden", sagt Oliver Fries vom Arbeitskreis Aktivitäten Bergedorfer Straße.

Für Kinder ist die Bescherung durch den Weihnachtsmann immer noch ein aufregendes Ereignis.

Auch in den einzelnen Geschäften gibt es kaum Nikolaus-Auftritte. Das Plaza-Center wollte den Weihnachtsmann am ersten Adventswochenende per Hubschrauber einfliegen lassen. Doch der Nebel war zu dicht - Santa Claus kam zwar, aber ganz profan im Auto.

Im Internet sucht gar eine Geesthachterin einen "Weihnachtsmann mit großem Herzen". Die alleinerziehende Mutter will mit seiner Hilfe den Kontakt zu ihren Schwiegereltern wieder herstellen und kann für den Kurzbesuch nur 20 Euro bezahlen. "Du sollst einfach nur ein paar Geschenke austeilen. Die Uhrzeit überlasse ich dir. Lieber Weihnachtsmann, ich hoffe sehr bald von dir zu hören", schreibt sie.

Leider kann die Agentur für Arbeit da nicht mehr helfen. "Wir haben die Weihnachtsmann-Vermittlung eingestellt", sagt Stefan Schröder, Sprecher der Agentur in Bad Oldesloe. Vorrangige Aufgabe sei nun mal die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Und wer hat schon mal davon gehört, dass der Weihnachtsmann eine Steuernummer hat? "Schade, die Vermittlung hat immer viel Spaß gemacht", sagt Schröder. Früher war er selbst im Geesthachter Arbeitsamt dafür zuständig und erinnert sich: Weil die Orte im Flächenbezirk so weit auseinander liegen, war es manchmal schwierig, Weihnachtsmänner zu finden. "Und immer war die Nachfrage größer als das Angebot", so Schröder.

So muss Geesthacht jetzt schon Weihnachtsmänner aus Niedersachsen importieren. Christoph Lühr (23), Philipp Brammer (21) und Martin Lühr (20) aus Südergellersen bieten unter www.norddeutscher-weihnachtsmann.de ihre Dienste an. "Das fing vor einigen Jahren im Bekanntenkreis an und wir bekamen immer mehr Anfragen", erzählt der BWL-Student Christoph Lühr. Die drei Firmengründer haben weitere Weihnachtsmänner und Engel ins Boot geholt - und noch Termine frei. "Heiligabend sind wir mit 15 Leuten im Einsatz", sagt Philipp Brammer.

Den Umgang mit den Kindern lerne man schnell, erzählen die Weihnachtsmänner. "Manche Kinder haben Angst, aber das legt sich schnell", so Christoph Lühr. Auch schwere Geschenke musste er schon schleppen, einen Billardtisch und einen Sessel unter den Weihnachtsbaum stellen.

Offenbar gibt es aber auch den Selfmade-Trend: Papa, Onkel oder Opa als Weihnachtsmann. Im Kaufhaus Nessler ist der Verkauf der roten Kostüme "super gelaufen", wie Geschäftsführerin Anka Fabian berichtet: "Wir hatten bestimmt 30 Stück, davon sind nur noch zwei da." Und die werden jetzt auf einer Sonderverkaufsfläche im Untergeschoss angeboten.

Ob Profi oder privat: Für Kinder ist der Auftritt des Weihnachtsmanns immer noch ein aufregendes Ereignis. So wird er im Kindergarten "Regenbogen" am Neuen Krug sehnlichst erwartet. "Bei uns kommt der Weihnachtsmann in einige Gruppen. In einigen hinterlässt er nur die Geschenke, weil unser Kollege es nicht schafft, alle zehn Gruppen zu besuchen", erzählt die Kita-Leiterin Elke Rasch.

Unsere Zeitung verlost einen Weihnachtsmannbesuch, den Termin kann die Familie individuell vereinbaren. Interessierte können an diesem Wochenende unser Gewinntelefon unter (0 13 79) 80 81 82 anrufen (50 Cent/Anruf aus dem Festnetz der Deutschen Telekom). Bitte das Stichwort "Weihnachtsmann", Namen, Adresse und Telefonnummer angeben. Der Gewinner wird von uns benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Geesthacht