Heizanlage

Abfall sorgt für Wärme im Bauhof

Timo Jann

Geesthacht. Was im Sommer auf Geesthachts Verkehrsinseln blühte, sorgt jetzt für heimelige Wärme in den Räumen der städtischen Betriebe an der Mercatorstraße. Dort wurde jetzt eine Heizungsanlage in Betrieb genommen, die mit Grünabfällen und geschreddertem Holz "gefüttert" werden kann.

Etwa drei Kubikmeter Holz pro Woche reichen aus, um die Heizung ausreichend zu erwärmen.

185 Kilowatt (KW) leistet die Anlage. Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus reichen knapp zehn KW Heizleistung.

"Wir heizen damit die Werkstätten und das Verwaltungsgebäude und bereiten das warme Wasser zu, das benötigt wird", berichtet Frank Meyer, der Leiter der städtischen Betriebe.

Zwei gut mannshohe Stahltanks dienen als Pufferspeicher für das aufgeheizte Wasser der Heizung. Von dort aus wird es in die Heizungen verteilt. Das Wasser ist gut 80 Grad heiß, in der Brennkammer der Heizung herrschen mehr als 400 Grad. "Wir schaffen es durch unsere neuartige Heizung, den Grünabfall, den wir bisher zur Kompostierung ins Abfallwirtschaftszentrum bringen mussten, noch sinnvoll zu verwerten", sagt Meyer.

Auf dem Gelände des Betriebshofes lagert jetzt bereits eine große Menge Grünabfall. Die Schredderaktion - Mitarbeiter des Betriebshofes hatten in ganz Geesthacht den Grünschnitt der Grundstücksbesitzer zerkleinert - hat den städtischen Betrieben viel Material gebracht. "Wir durften es oft mitnehmen, weil die Bürger es im eigenen Garten nicht gebrauchen konnten", erklärt Lars Timm vom Betriebshof. "Jetzt kommt es darauf an, reine Grünabfälle wie Pflanzen mit geschreddertem Holz zu vermischen, denn wir brauchen eine möglichst gleichbleibende Qualität und dürfen maximal 55 Prozent Feuchtigkeit des Schreddermaterials verheizen", berichtet Timm.

Etwa drei Kubikmeter pro Woche reichen aus, um die Heizung ausreichend zu erwärmen. Eine Förderschnecke transportiert das Material in die Brennkammer, wo es nahezu ohne Rückstände verbrennt. "Die Abgaswerte an unserem zehn Meter hohen Schornstein sind besser als es die Norm fordert", freut sich Meyer.

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