Kriminalität

Plötzlich war das Silber weg

Geesthacht (ger). Eigentlich wollte Maria Müller (Name geändert) ihr Meißener Porzellan verkaufen - und meldete sich auf die Annonce eines vermeintlichen Interessenten. Doch statt von einem Porzellan-Liebhaber, bekam die Geesthachterin Besuch von einem Betrügerpärchen.

"Ich zeigte beiden das Porzellan, doch sie schienen wenig interessiert. Vielmehr fragten sie, ob ich nicht auch Schmuck anzubieten hätte", erzählt die Frau. "Als ich dann meine Armbänder und Ketten herausholte, lenkte mich die Frau mit Fragen zum Porzellan ab und der Mann guckte den Schmuck durch." Doch zum Verkauf kam es nicht, die 50 bis 60 Jahre alten Besucher zeigten plötzlich kein Interesse mehr und verschwanden. "Später bemerkte ich, dass alle wertvollen Silberstücke beim Schmuck fehlten", sagt Maria Müller. Zehn Teile im Gesamtwert von rund 1000 Euro vermisst sie seitdem. Eine Anzeige bei der Polizei führte bislang zu keinem Ergebnis. Zu schwer sei es, einen Betrug oder Diebstahl nachzuweisen.

Da nicht auszuschließen ist, dass weitere Verkäufer auf diese Masche hereinfallen können, mahnt die Polizei bei jeder Art von Ankauf- und Verkaufsgeschäften zur Vorsicht. "Das Wichtigste ist, dass man niemals allein sein sollte, wenn man wertvolle Stücke verkaufen will", sagt Geesthachts Polizeichef Henry Holst. "Wir empfehlen generell, sich eine Vertrauensperson hinzu zu holen." Wer von Privatleuten Schmuck ankauft, sollte sich zudem genau über den Wert der Ware erkundigen. "Im Zweifelsfall immer eine Expertise aushändigen lassen", so Holst.

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