Verkehr

Lärm - So will sich Geesthacht schützen

Geesthacht. Auf 40 Seiten schlagen Verkehrsplaner des Büros PGT aus Hannover vor, wie Anwohner von stark befahrenen Straßen in Geesthacht vor dem Verkehrslärm geschützt werden können. Am kommenden Dienstag wird der Ausschuss für Umwelt und Planung über die "Lärmaktionsplanung" beraten.

Ausschuss berät am kommenden Dienstag über konkrete Maßnahmen auf den Straßen.

"Es gibt verschiedene Vorschläge, wie mit relativ geringen Mitteln der Verkehrsfluss verstetigt werden könnte, um den Lärmpegel zu senken", erklärt Peter Junge, Leiter des Fachdienstes Bauen und Umwelt. Um weiteres aktuelles Zahlenmaterial nutzen zu können, soll 2009 ein neuer Generalverkehrsplan aufgelegt werden. 150 000 Euro sind dafür vorgesehen. Junge: "Die Erhebung für das Lärmkataster hat gezeigt, dass uns aktuelle Daten fehlen." Dabei geht es vor allem um den innerörtlichen Verkehr und die Frage, wie stark die Entlastung der geplanten Umgehungsstraße für die Straßen im Stadtzentrum wirkt.

Eine Berechnung des Verkehrslärms hat ergeben, dass vor allem entlang der Geesthachter Straße (B 404), der Berliner Straße (B 5), der Hansastraße und am Richtweg (B 404) Handlungsbedarf besteht. "Zahlreiche negative Auswirkungen auf den Menschen haben ihren Ursprung in einer qualitativ wie quantitativ nicht ausreichenden Nachtruhe", heißt es im Vorwort des Gutachtens. Ziel soll es daher sein, vor allem nachts für mehr Ruhe zu sorgen. So wird an der Geesthachter Straße, am Richtweg und an der Hansastraße ein Lückenschluss der Bebauung in Kombination mit Tempo 30 vorgeschlagen. "Blitzanlagen" sollen die Autofahrer zur Einhaltung des Tempolimits zwingen.

"Bevor wir größere Maßnahmen realisieren, werden wir das erst mal prüfen müssen", sagt Junge. Dazu gehören Vorschläge wie ein Kreisel an der Kreuzung von Richtweg, Norderstraße und Berliner Straße. Aber auch eine Reduzierung der Zahl der Fahrstreifen an der Berliner Straße auf eine Spur je Richtung schlagen die Planer von PGT vor. "Bevor wir das umsetzen, müssten wir das erst mal ausprobieren", sagt Junge. Vor Fertigstellung der Umgehungsstraße würde diese Maßnahme aber vermutlich ohnehin keinen Sinn machen.

Die Lärmaktionsplanung geht davon aus, dass etwa 1000 Menschen in Geesthacht zu starkem Lärm durch Autos und Laster ausgesetzt sind. Einen Rechtsanspruch auf Lärmminderung haben sie aber nicht.

Die Sitzung des Fachausschuss am Dienstag, 9. Dezember, ist öffentlich und beginnt um 18 Uhr im Ratssaal. Auch die Mitglieder des Ausschusses für Bau und Verkehr beraten das Thema mit.