Selbsthilfe

Neues Kibis-Büro beschlossen

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Karin Lohmeier

Im Streit um die Trägerschaft der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen, Kibis, wird es für den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) eng. Denn der Paritätische Wohlfahrtsverband hat jetzt beschlossen, in Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen eine neue Kontaktstelle aufzubauen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband will die Trägerschaft übernehmen. Start schon im Dezember.

Damit entspricht er einem Wunsch des Selbsthilfebeirates im Kreis Herzogtum Lauenburg, der sich nach der Kündigung der Kibis-Leiterin Renate Schächinger mit dem ASB überworfen hatte. "Wir haben nichts gegen den ASB, aber das Vertrauen in ihn als Träger ist nicht mehr vorhanden", sagt Beiratssprecher Fred Abel.

Er freut sich, dass es nun eine schnelle Lösung geben wird. Bereits in der kommenden Woche soll in Geesthacht die erste Sprechstunde der neuen Kontaktstelle angeboten werden. "Die Stadt stellt uns zunächst Räume dafür zur Verfügung, Ort und Termin geben wir noch bekannt", so Abel. Zurzeit wird noch nach einem Büro und einem Gruppenraum in Geesthacht gesucht, der als ständiger Anlaufpunkt der neuen Stelle dienen kann. In Mölln werden Räume im Höltingsstift bezogen, die jetzt noch renoviert werden.

Und für die Selbsthilfegruppen am wichtigsten: Das aus ihrer Sicht altbewährte Beraterinnenteam wird seine Arbeit wieder aufnehmen können. Bereits im Dezember starten die früheren Kibis-Mitarbeiterinnen Susanne Urdahl und Sabine Unrau, die im Zuge der Streitigkeiten beim ASB kündigten. Die frühere Leiterin Renate Schächinger, die noch eine Kur absolviert, kommt dann im Februar dazu.

"Wir wollten noch einmal mit dem ASB verhandeln, aber von dort kommt nichts. Darum sind wir jetzt froh, dass der Wunsch der Selbsthilfegruppen nach einem neuen Kibis-Träger umgesetzt werden kann", sagt Fred Abel. 120 Gruppen im Kreisgebiet hatte der Beirat befragt, ob sie mit dem Wechsel einverstanden sind. 58 beteiligten sich, 57 stimmten für die neue Kontaktstelle.

Nun geht es darum, wer künftig die Zuschüsse für Kibis von Land, Kreis und Kommunen - insgesamt rund 85 000 Euro - bekommt: der ASB oder der Paritätische Wohlfahrtsverband. Dabei stehen die Chancen für die neue Kontaktstelle gut. Doch Arne Ertelt, zweiter Vorsitzender des ASB-Kreisverbandes, will die Hoffnung nicht aufgeben: "Wir führen zur Zeit noch Gespräche". Notfalls könne das alte Kibis-Büro aber schnell aufgelöst werden.

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