Elbufer

Ein Nager hinterlässt seine Spuren

Timo Jann

Gesehen wurde er bei seiner gefräßigen Tour nicht, aber seine Spuren sind unübersehbar: Ein Biber hat am Elbufer in Höhe des Kernkraftwerkes Krümmel reihenweise Bäume umgelegt. "Wir wurden informiert, dass ein umgestürzter Baum den Geh- und Radweg blockiert", sagt Franko Stein vom Fachdienst Umwelt.

Auf dem Vormarsch: Am Elbufer bei Krümmel legten Biber gleich mehrere Bäume um.

Die Mitarbeiter des Betriebshofes stellten dann die Ursache der "Baumfällung" fest. "Die typischen Nagespuren des Bibers sind unverwechselbar", so Stein.

200 Jahre lang galt der Biber in Schleswig-Holstein als ausgestorben. Vor zehn Jahren wurden im Bereich des Naturschutzgebietes "Hohes Elbufer" erste Anzeichen für seine Rückkehr festgestellt. Mittlerweile leben mindestens acht Familien an der Elbe. "Die Tiere wagen sich jetzt immer weiter elbabwärts, erkunden neue Regionen", sagt Stein. In Höhe des Sandkrugs in Schnakenbek haben Umweltschützer bereits 2004 einen Informationspfad eingerichtet. Zurzeit sind viele neue Fällungen zu sehen. Kommt dem Biber dabei ein Mensch in die Quere, macht er die Biber-Rutsche - er saust ins Wasser und taucht ab.

Die Rückkehr des Bibers zeugt von verbesserten Bedingungen im Wasser und am Ufer. Von der Elbe aus haben sich Biber bereits ins Hinterland ausgebreitet, sind etwa in den Seen am Elbe-Lübeck-Kanal schon gesehen worden.

Die gefällten Bäume suchen sich die klugen Nager so aus, dass sie aufgrund ihres Wuchses ins Wasser fallen. Der Baum, der bei Krümmel auf den Weg stürzte, war offenbar ein Missgeschick.

"Wir wollen über ein Biber-Management versuchen, den Biber so zu lenken, dass er keine Schäden anrichten kann", sagt Wolfgang Heigelmann vom Naturschutzring, der den Biberpfad am Elbufer betreibt. Denn Biber haben mit ihren Burgen bereits Bäche aufgestaut, so dass in der Folge ganze Felder überschwemmt wurden.

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