Förderung

Stadt unterstützt Arbeit der Moschee mit 20 000 Euro

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Kai Gerullis

Seit Wochen baut die Türkisch-Islamische Union an ihrer Moschee. Mittlerweile sind an der Berliner Straße zwei angedeutete Minarette deutlich zu erkennen. Nach Angaben des Vereins kostet die Umgestaltung 149 000 Euro. Für diese Arbeiten und Inventar für Kursräume beantragte der Verein nun einen Zuschuss von 83 450 Euro bei der Stadt.

Bevor das Geld für Jugendprojekte genehmigt wurde, gab es lange Diskussionen.

Dienstag diskutierten die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Sport, Kultur und Kontaktpflege über die Zuwendung.

"Wir haben den allevitischen Verein unterstützt und leisten uns eine teure Eisenbahn. Nun sollten wir auch diesen Verein mit 40 000 Euro unterstützen", sagte Joachim Knüppel (FDP). Christoph Bähnk (CDU) lobte die Jugendarbeit der Moschee: "Man ist dort immer herzlich willkommen." Die CDU erklärte sich bereit, den Verein mit 20 000 Euro zu unterstützen.

In den Reihen der SPD und der Grünen gab es dagegen erheblichen Klärungsbedarf. "Bisher haben wir für Inventar noch nie einen Zuschuss gegeben", sagte Heike Treffan (SPD). "Außerdem steht im Konzept des Vereins, dass alle Moslems und Nichtmoslems der Scharia unterstellt werden sollen. Das kann ich nicht unterstützen."

Izzettin Bektas, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Union Geesthacht, betonte auf Nachfrage, dass die Hinweise auf die Scharia lange Geschichte seien und es sich um ein Missverständnis handele. "Heutzutage machen wir so etwas gar nicht", sagte Bektas.

Der Ausschussvorsitzende Herbert Gröber (CDU) betonte schließlich, den Grundsatz der Gleichbehandlung einzuhalten: "Wenn wir den Alleviten 20 000 Euro geben, sollten wir das auch bei der Türkisch-Islamischen Union tun", so Gröber. Einen Vergleich, den Heike Treffan zurückwies: "Bei den Alleviten haben wir auch abgelehnt, Inventar zu finanzieren. Das sollten wir auch so beibehalten."

Nach einer Sitzungsunterbrechung und Beratung in den Fraktionen konnten sich die Vertreter doch noch einstimmig einigen - auf einen von Karin Buhl (Grüne) vorgeschlagenen Kompromiss: Die Türkisch-Islamische Union erhält 20 000 Euro von der Stadt für ihre Jugendarbeit. Allerdings ist diese Summe mit einem Sperrvermerk versehen und wird erst ausgezahlt, nachdem der Verein dem Ausschuss tragfähige Projekte im Jugendbereich vorgestellt hat.

Bektas erklärte sich bereit, Konzepte auszuarbeiten und diese zu präsentieren.

* Die Türkisch-Islamische Union ist seit 1981 in Geesthacht aktiv. Der Verein zählt 150 Mitglieder. Nach eigenen Angaben finanziert er sich ausschließlich aus Spenden. Zu den vielfältigen Aktivitäten gehört auch der kulturelle Austausch mit anderen religiösen Gemeinschaften in der Stadt.

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