Literatur

Neugier auf Lettland geweckt

Er stammt aus Berlin, lebt in Riga: Mit einem Koffer voller Bücher aus Lettland besuchte Matthias Knoll Geesthacht. Sein Ziel: Literatur aus dem Baltikum vorzulesen und neugierig auf Land und Leute zu machen.

"Mir geht es darum, das Interesse an Lettland zu wecken", so Knoll, der auf Einladung der Stadtbücherei und des Komitees für internationale Begegnungen zum fünfjährigen Bestehen der Partnerschaft mit Kuldiga Geesthacht besuchte.

Ein Ziel, das ihm an der Gesamtschule ohne Frage gelang: Mehr als 90 Minuten las und erzählte Knoll vor einer Gruppe Schüler über Lettland. "Mir geht es nicht darum, ein Land von außen zu beschreiben, sondern durch Literatur Punkte des Lebens zu zeigen", sagte Knoll. Unter anderem trug er politische Gedichte aus dem Jahr 1982 vor. "Damals war Lettland nicht Lettland, sondern die lettische sozialistische Sowjetrepublik", unternahm er mit den neugierigen Schülern einen Ausflug in die Geschichte.

Anschließend konnten die Geesthachter den Schriftsteller und Übersetzer mit Fragen löchern. Wie man denn in Lettland so leben könne, interessierte einen Schüler. "Ich kann gut von meiner Arbeit leben - in Deutschland wäre ich mit meinem Verdienst allerdings ein armer Schlucker", sagte Knoll und lud die Schüler schließlich ein, sich selbst ein Bild von Lettland zu machen.

Am Dienstagabend las Knoll dann in der Stadtbücherei. Literarische Impressionen aus Kuldiga standen unter dem Motto "Falscher Faust & harte Drogen" auf dem Programm. Geschichten aus Geesthachts Partnerstadt, die bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Für ihn ein idealer Weg, das Leben in Kuldiga literarisch aufzuzeigen. Knoll: "Aufgabe von Literatur ist es nicht, Statistiken zu erzählen, sondern einem Menschen zu folgen und seine Geschichte zu entdecken."

( (ger). )

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