Feuerwehreinsatz

Simulierter Brand im Zwischenlager

| Lesedauer: 3 Minuten
Timo Jann

Der Trafo-Brand am 28. Juni 2007 auf dem Hof des Atomkraftwerkes Krümmel war eine Herausforderung, wie sie sich den Einsatzkräften zum Glück nur selten stellt.

Die Feuerwehrleute probten vor Ort auch den Einsatz mit Strahlendosismessgeräten.

Der Einsatz hat indessen gezeigt, dass das Zusammenspiel der Retter von Werkfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren aus Geesthacht und Grünhof-Tesperhude funktioniert. Gemeinsame Übungen haben die Zusammenarbeit aller Beteiligten gefördert. Grund genug für die Verantwortlichen, an dieser Praxis festzuhalten. Am Montagabend rückten rund 80 Retter in Krümmel an, um zusammen den Ernstfall zu proben.

Gegen 19 Uhr fuhren gut ein Dutzend Einsatzwagen auf dem Gelände des Kraftwerkes vor. Als angenommenes Szenario wurde ein Brand im Standortzwischenlager, in dem die ausgemusterten Brennelemente in Spezialbehältern eingelagert sind, simuliert. Vermisste Mitarbeiter mussten aufgespürt und gerettet, das Feuer gelöscht werden.

"Wir wollten hier zwei Dinge ausprobieren. Zum einen die Versorgung für unsere großen Wasserwerfer mit ausreichend Löschwasser, zum anderen die Kommunikation der Kräfte in den einzelnen Abschnitten untereinander", sagte Übungsleiter Wilfried Brandes, der stellvertretende Chef der Krümmeler Werkfeuerwehr. Die Wasserwerfer der Werkfeuerwehr haben so eine große Reichweite, dass sie locker über das aus Stahlbeton gefertigte Zwischenlager reichen. In öffentlichen Feuerwehren gibt es so leistungsstarke Löschgeräte nicht. Parallel dazu bauten die Geesthachter Feuerwehrleute ihre 30 Meter hohe Drehleiter auf der Rückseite der Lagerhalle auf, konnten von dort aus ebenfalls das Dach löschen. Tausende Liter Wasser könnten so im Notfall pro Minute in ein Feuer gespritzt werden. Schon beim Trafo-Brand 2007 konnten die Flammen auf diese Weise schnell unter Kontrolle gebracht und größere Schäden verhindert werden.

"Für uns ist es gerade hier in so einem Kontrollbereich enorm wichtig, die genaue Überwachung unserer Kameraden detailliert zu gewährleisten", sagte Geesthachts Wehrführer Sven Albrecht. Der Gerätewagen Gefahrgut, Atemschutz und Strahlenschutz seiner Kameraden ist dazu mit moderner Messtechnik bestückt, alle Retter werden mit persönlichen Strahlendosismessgeräten ausgestattet. Zusätzlich sind die Strahlenexperten des Kraftwerkes in die Überwachung eingebunden.

Nach Abschluss der zweistündigen Übung zogen die Beteiligten ein positives Fazit. "Alles hat reibungslos funktioniert", sagte Albrecht. "Das Zusammenspiel mit der Werkfeuerwehr hat gut geklappt und wir haben unsere Kenntnisse des Kraftwerksgeländes weiter verbessern können", sagte er. Auch Jens Manthey, der Leiter des Standortzwischenlagers, zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden. "Die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren hat hervorragend funktioniert. Für uns als Kraftwerksbetreiber ist es wichtig, auf alle möglichen Szenarien vorbereitet zu sein", erklärte er.

Dazu gehört für die Kernkraftwerk Krümmel GmbH auch, die Ausstattung der Werkfeuerwehr mit Personal und Gerät weiter zu verbessern. "Wir haben sechs neue Mitarbeiter eingestellt, so dass wir rund um die Uhr mindestens eine Löschgruppe vorhalten, zudem wird im Januar ein neues Tanklöschfahrzeug in Dienst gehen", sagte Olaf Pape, Sicherheitschef des Kraftwerkes.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Geesthacht