Bürokratie

Viel Aufregung um einen Cent Prämie

Peter Schubert ist ein Mann, der es gerne ganz genau nimmt.

Deshalb hat er sich, nachdem seine Bausparkasse ihn beim Prämienbezug auf eine Rundungsungenauigkeit von einem Cent hingewiesen hatte, auch ganz verantwortungsbewusst an den Finanzminister des Landes Schleswig-Holstein gewandt und seine Schuld beglichen. Doch jetzt erhielt der Geesthachter Post aus Kiel - und seinen Cent zurück. "Das alles scheint viel schrecklicher, als ich je geglaubt hatte", meint Schubert.

Wie berichtet, hatte Schubert mehrere Bausparverträge abgeschlossen. 2005, das ergab nun eine Prüfung, hatte er genau einen Cent Prämie zuviel kassiert, teilte ihm seine Bauspar-Versicherung aus Coburg mit. Rundungsungenauigkeiten hatten zu diesem "Skandal" geführt. An Finanzminister Rainer Wiegand schickte er im Oktober einen Brief und legte den zuviel erhaltenen Cent gleich bei. "Ich übernehme natürlich die Verantwortung für mein schmähliches Tun", schrieb Schubert dem Minister.

"Jetzt habe ich aus seinem Haus eine Antwort erhalten, in der mir die Abwicklung der Prämienzahlung genau erklärt wird", berichtet Schubert. "Schuld" an der Misere soll ein Rechenzentrum der Bundesländer in Berlin sein, das Schubert jetzt ebenfalls kontaktieren will. "Es kann ja wohl nicht sein, dass man hier für einen Cent so einen Aufwand betreibt", sagt der Pensionär. Ausgelöst wurde der Aufwand durch ein maschinelles Verfahren, das standardisiert anläuft, sobald Ungereimtheiten bei den Prämien vorliegen. Und das war in Schuberts Bausparvertrag der Fall.

"Ärgerlich" nennt es selbst das Finanzministerium, bittet den Geesthachter aber um Verständnis.

( (tja). )

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