Neue Wege des Stadtmarketings

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Kai Gerullis

Krügersches Haus, Theater, eine bewegte Geschichte: Geesthacht hat kulturell eine Menge zu bieten. Damit sich das auch im benachbarten Hamburg weiter herumspricht, hat die Touristinformation gestern einen neuen Weg des Geesthacht-Marketings beschritten: In Kooperation mit einem Reiseveranstalter wurde ein Tagesprogramm inklusive Rundfahrt, Stadtbummel und 3-Gänge-Menü ausgearbeitet.

Künftig sollen häufiger attraktive Kulturprogramme die Touristen nach Geesthacht ziehen.

Als Höhepunkt konnten sich die Teilnehmer aus der Hansestadt auf einen Besuch der Vorstellung von "Nathan der Weise" im Kleinen Theater Schillerstraße (KTS) freuen.

Passend zum Stück führte Stadtarchivar Dr. William Boehart vorher durch die Ausstellung "Hier braucht's Tath! - Lessings Ringparabel und der Kampf der Kulturen". 18 Gäste hatte das Paket bei der Premiere gebucht - für die Organisatoren ein Erfolg.

"Geesthacht wird von einigen Hamburgern nur als kleines Städtchen an der Peripherie wahrgenommen. Wenn die Menschen aber die Chance bekommen, in die Stadt einzutauchen, führt das meist zu einem Aha-Erlebnis", sagt Tourismus-Managerin Anne Hartlich. "Die Leute machen dann später Werbung im Bekanntenkreis für Geesthacht oder kommen selbst wieder."

Ein Konzept, das auch gestern aufging. "Ich lebe seit 50 Jahren in Hamburg, habe es aber bislang nicht nach Geesthacht geschafft", sagte Tour-Teilnehmerin Hannelore Fähling. "Das Elbufer und die St. Salvatoris-Kirche haben mir sehr gefallen." Hauptgrund, die Tagestour zu buchen, sei aber der Theaterbesuch gewesen. "Darüber freue ich mich ganz besonders, denn ich habe 'Nathan der Weise' noch nie in einem Theater gesehen", so Hannelore Fähling.

Für KTS-Geschäftsführer und Regisseur Ulrich Jacobi eine gute Gelegenheit, sein Haus zu präsentieren. "Für uns ist das die Chance, einen Fuß in die Hamburger Tür zu bekommen. Wir hoffen, dass die Gäste später auf eigene Faust wieder kommen."

In der Touristinformation möchte man nun auf den ersten Erfahrungen mit den Tages-Kultur-Gästen aufbauen: "Wir haben über den Reiseveranstalter ein Publikum angesprochen, das wir sonst selten erreichen", so Anne Hartlich. "Wir suchen nun künftig verstärkt nach Anlässen, um die kulturellen Angebote unserer Stadt in attraktiven Tagestouren zu kombinieren."

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