Autohäuser spüren die Absatzkrise

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Annette Luckey und Kai Gerullis

Die Absatzkrise in der Automobilindustrie macht sich auch in den Geesthachter Autohäusern bemerkbar, jedoch sehr unterschiedlich. Beim Autohaus Brinkmann an der Steinstraße, das gerade umfangreich ausgebaut wurde, ist der Verkauf von Mercedes-Fahrzeugen zurückgegangen.

Autohändlerin hofft, dass die Hersteller neue Kleinwagen auf den Markt bringen.

"Die Lage ist schon drastisch", sagt Geschäftsführer Thomas Holthaus, daran werde auch der von der Bundesregierung jetzt im Rahmen ihres Konjunkturpakets beschlossene Erlass von Kfz-Steuern für besonders schadstoffarme Autos nichts ändern. "Das ist ein positiver Impuls", aber mehr auch nicht, meint der Mercedes-Händler. Kein Kunde werde wegen 200 Euro, die man spare, einen Neuwagen kaufen: "Das kann schon durch ein erneutes Ansteigen der Spritpreise wieder hinfällig werden." Die Mercedes-Kunden reagierten mit Sparsamkeit: "Sie wählen kleinere Modelle und verzichten auf aufwendige Ausstattung." Besonders gefragt ist eine kleine Motorisierung der C-Klasse: etwa der C-180 oder der C 200 CDI, die Dieselversion. Viele Privatkunden steigen auch auf Jahres- und Halbjahreswagen um. Holthaus: "Die Zeiten, in denen noch zu Listenpreisen verkauft wurde, sind endgültig vorbei. Die Kunden fragen nach Rabatten und Sonderangeboten." Die Eröffnung des Neubaus , begleitet mit vielen Sonderangeboten, sei gut angenommen worden. "So mancher Geesthachter schaut jetzt auch wegen des Neubaus vorbei, und es würden sich auch gute Kundenkontakte ergeben.

Anja Pilarczyk vom Seat-Autohaus bestätigt, dass derzeit keine Neuwagen ohne Rabatt mehr verkauft würden. "Zehn Prozent sind derzeit schon fast das Minimum, hinzu kommen Prämienprogramme für die Kunden", sagt Pilarczyk. Ansonsten sei die Krise in ihrem Autohaus allerdings noch nicht so stark zu spüren: "Wir wissen nicht warum, aber wir haben entgegen des Trends im Oktober gute Verkäufe verzeichnen können", sagt Anja Pilarczyk. Dennoch sei ein eindeutiger Trend hin zu verbrauchsarmen Fahrzeugen zu beobachten. "Wir merken, dass Kunden und Firmen zu Kleinwagen und Minivans wechseln. Darauf müssen die Hersteller jetzt mit neuen kleinen Modellen reagieren."

Am Autohaus Siemers (VW und Audi) scheinen die Auswirkungen der Finanzkrise dagegen nicht angekommen zu sein: "Unser Verkauf liegt auf Vorjahresniveau - bis jetzt", sagt Inhaberin Andrea Jens-Siemers. Aber natürlich führe sie wegen der von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Steuererleichterungen viele Gespräche mit den Kunden. Ihr Haus führe viele Fahrzeuge, die der schadstoffarmen Euro-Norm entsprechen. Nach dem Kabinettsbeschluss werden alle mit Datum ab 5. November gekauften Neufahrzeuge für ein Jahr, die besonders schadstoffarmen für zwei Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Auch Erdgas betriebene Fahrzeuge würden nachgefragt.

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