"Wir brauchen eine zweite Aufklärung"

"Das Interesse am Zeitalter der Aufklärung nimmt zu. Die Menschen wollen mehr über die Werte der Aufklärung: Humanität und Toleranz wissen", so die Bilanz von Dr. William Boehart zum Abschluss der Vortragsreihe "Lessing im Gespräch mit den Religionen".

Rund 60 Zuhörer waren in das Gemeindehaus der Christuskirche gekommen, um den Vortrag des Oberrabbiners a. D., Dov Levi Barsilay, über die Zeit der Aufklärung und die Emanzipation des Judentums in Deutschland zu hören. Er beleuchtete das Verhältnis des deutschen Dichters und Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing und seines Berliner Zeitgenossen und Philosophen Moses Mendelssohn, einem der ersten jüdischen Intellektuellen in Deutschland. Beiden Aufklärern des 18. Jahrhunderts gelang es nicht, den Toleranzgedanken zu verankern und eine Gleichstellung der Juden zu erreichen. Am Ende wurde deutlich, es braucht eine zweite Aufklärung, noch heute herrscht ein Fundamentalismus im Denken.

Rund 200 Zuhörer zählten die Lessing Gesellschaft und die "Agenda-21-Gruppe - Tolerantes Geesthacht" bei der Vortragsreihe, die sich mit Aufklärung und Atheismus, Christentum, Islam und Judentum befasste. Bis Ende Januar noch läuft das Lessing-Projekt weiter.

( (lu). )

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