Besseres Busnetz in der Oberstadt

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Timo Jann

Einstimmiges Votum für eine Verbesserung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) in Geesthacht: Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Politik, von Stadt- und Kreisverwaltung sowie vom Hamburger Verkehrsverbund (HVV) soll eine Weiterentwicklung des örtlichen ÖPNV erarbeiten. Dazu sollen zunächst aktuelle Fahrgastzahlen und die Defizitauswertung abgewartet werden.

Ausschuss beschließt Gründung einer Arbeitsgruppe, die Vorschläge erarbeiten soll.

Im Frühjahr soll die Gruppe nach einem Antrag von Gerhard Boll (Grüne) ihre Arbeit aufnehmen, beschlossen die Mitglieder im Ausschuss für Bau und Verkehr einstimmig.

Ziel soll es sein, bestimmte Gebiete in Geesthacht besser an die Buslinien anzubinden. "Vor allem in der Oberstadt ist die Versorgung schlecht. Der letzte Bus fährt zu früh und ein stündlicher Takt ist zu gering", so Boll. Er regt zudem eine Busanbindung der Siedlung am Spakenberg an, weiß aber auch, dass der Busverkehr dort wegen enger Straßen schwer zu integrieren ist. Um den Busverkehr zu optimieren, könne etwa auch die Linie 8812 der Autokraft besser eingebunden werden. Allerdings ist die Linie nicht ausgeschrieben und gefördert, sondern eine eigenwirtschaftliche Verbindung der Autokraft, so dass es dort keine Einflussmöglichkeiten gibt. Die 8812-Busse fahren viele Haltestellen gar nicht an, sondern einfach daran vorbei.

Die Grünen haben der geplanten Arbeitsgruppe aber auch schon konkrete Wünsche für eine Verbesserung des Fernverkehrs mit auf den Weg gegeben. Boll: "Man sieht an den Staus auf der Elbbrücke, wie viele Menschen aus Niedersachsen nach Hamburg pendeln. Wir könnten uns daher eine Buslinie von Lüneburg über Geesthacht nach Hamburg gut vorstellen." Auch Reinbek und Glinde wollen die Grünen als festes Ziel von Geesthacht aus integrieren, weil dort immer mehr Menschen in den wachsenden Gewerbegebieten Arbeit finden.

Nach Ansicht von Joachim Wiucha, Leiter Angebotsplanung beim HVV, macht eine Linie nach Lüneburg wenig Sinn. Um Menschen aufzunehmen, müssten Strecken über die Dörfer geführt werden, doch die würden die Fahrzeit enorm verlängern, so Wiucha. Der HVV-Angebotsplaner und Andrew Yomi, der beim Kreis für den ÖPNV zuständig ist, sagten den Geesthachtern zu, die örtlichen Interessen und Wünsche in die Linienplanung nach Möglichkeit zu integrieren. "Geesthacht hat ein eher hohes Niveau, was den ÖPNV und die Informationen über die Linien angeht", sagte Yomi im Fachausschuss.

Die Idee von Axel Gloor (CDU), den 239er Bus, der vom ZOB an der Norderstraße als Ringlinie durch die Stadt fährt auch über den Kreisel am Worther Weg fahren zu lassen, lässt sich nicht realisieren. "Das passt im 30-Minuten-Takt mit einem Bus nicht, so dass ein zweiter Bus nötig wäre", berichtete Wiucha. Und diese Kosten müsste wieder die Stadt tragen. Gloor hatte sich den Schlenker in der Linie gewünscht, um das Baugebiet am Worther Weg besser zu erschließen.

Allerdings können die Bewohner zu Fuß sowohl Haltestellen an der Hansastraße wie auch am Uhrbrookring in zumutbarer Entfernung von rund 400 Metern erreichen. Dort noch Hinweisschilder für die Fußwege aufzustellen, wie es Hans-Werner Madaus (SPD) gefordert hatte, sieht der Ausschuss als nicht notwendig an.

"Wir werden jetzt die Fahrgastzahlen abwarten und gucken, welche finanziellen Spielräume wir im ÖPNV dann haben", sagte Peter Junge, der Leiter des Fachdienstes Bauen und Umwelt der Stadtverwaltung.

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