Stadtgeschichte auf Leinwand

Das Bild erinnert an ein Werk von Rembrandt: In dunklen Tönen bannte der Hamburger Maler Alfred Mohrbutter (1867-1916) den Geesthachter Pastor Karl-Walter Natus (1863-1914) während einer Predigt in der St.-Salvatoris-Kirche auf Leinwand.

Für Aufsehen sorgte es 1897 in der Hamburger Kunsthalle. Bis in die 50er-Jahre hinein hing das Bild des bekannten Hamburger Malers im Kirchenraum der St.-Salvatoris-Kirche - dann verschwand es auf dem Dachboden, später im Archiv. "Es war immer mein Wunsch, dass das Werk wieder öffentlich gezeigt wird. Doch es war nicht machbar, dass es im Gemeindehaus aufgehängt wird", sagt der Geesthachter Holm Lilie. Schließlich trat er 2007 an Bürgermeister Ingo Fokken heran. "Mir gefiel das Bild sofort und ich hatte auch gleich einen passenden Platz im Rathaus im Hinterkopf", so Fokken. Doch der Zahn der Zeit hatte an dem Werk genagt, das Bild musste umfangreich restauriert und neu gerahmt werden. Nun hat das 1,10 mal 1,50 Meter große Kunstwerk einen neuen Platz gefunden und kann im Rathaus am Eingang des Ratssaals bestaunt werden.

Auch Stadtarchivar Dr. William Boehart ist froh, dass das Bild öffentlich zugänglich ist. "Es ist ein Kunstwerk eines bedeutenden Malers, aber auch ein Stück Stadtgeschichte", so Boehart. Schließlich habe Pastor Natus einen frühen Entwurf des Geesthachter Stadtwappens erarbeitet. Außerdem war er Mitbegründer des Bürgervereins, der später die Einrichtung einer Badeanstalt und der Gemeindebücherei veranlasste.

Für Holm Lilie ist ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. "Nun habe ich noch einen großen Traum, nämlich dass im Kronleuchter von St. Salvatoris wieder richtige Kerzen für Licht sorgen", sagte der Geesthachter bei der offiziellen Präsentation des Bildes im Rathaus.

( (ger). )

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