Den Verbrauch überall im Blick

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Timo Jann

Am Finkenweg-Ost wollen die Stadtwerke die Geräte bis Ende des Jahres installieren, um Erfahrungen mit dem "Smart Metering" zu sammeln.

Die Stadtwerke Geesthacht GmbH startet ein Pilotprojekt mit modernen Energieverbrauchszählern. Die Hausbesitzer im Neubaugebiet Finkenweg-Ost sollen noch in diesem Jahr mit den neuen Systemen für Gas, Wasser und Strom ausgestattet werden. "Die Stromzähler der Zukunft sind wahre Multitalente", berichtet Projektleiter Wilfried Wendlandt. Die Messgeräte können elektronisch ausgelesen werden, so dass keine Besuche durch den Ableser mehr nötig sind. Zudem können die Hausbesitzer immer aktuell den jeweiligen Energieverbrauch im Haus genau nachvollziehen.

"Den Kunden im Pilotgebiet entstehen keine Kosten, sie haben nur Vorteile", erklärt Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke. "Sie haben ihren Energieverbrauch stets detailliert im Blick und können so auch etwas für die Energieeinsparung tun, weil etwa alte Elektrogeräte als Stromfresser gut aufgespürt und ausgetauscht werden können", sagt Siekhaus. Er kündigte bereits an, dass die Stadtwerke künftig auch neue Tarifmodelle anbieten werden, die das neue System ermöglichen wird. Möglich sein könnten demnach zeitliche Takte für den Energieverbrauch. Denn die elektronischen Zähler erfassen nicht nur den Verbrauch insgesamt, sondern auch, zu welcher Zeit wie viele Kilowattstunden verbraucht wurden. So rücken tageszeitabhängige Tarife wieder in den Fokus. Denn wer in der Nutzung des Wäschetrockners flexibel ist, kann Geld sparen.

"Smart Metering" heißt die neue Technologie, die nun in den Häusern am Finkenweg-Ost Einzug halten soll. Über eine "Powerline" (per Stromleitung) oder per Mobilfunkkarte senden die Zähler die Verbrauchsmengen ans Datenzentrum der Stadtwerke GmbH. Dort können Kunden sie im Internet per Passwort genauso ablesen wie auf Displays, die in den Häusern installiert werden könnten. Die Europäische Union (EU) fordert diese Technik für Neubauten und bei größeren Modernisierungen ab 2010 gesetzlich. "Wir wollen jetzt mit unserem Pilotprojekt erste Erfahrungen im Umgang mit der Technik und den Daten sammeln", sagt Siekhaus. 50 000 Euro investiert das Geesthachter Unternehmen in den Beginn des "Smart Metering".

Die Anwohner des Neubaugebietes sind für den 20. November ins Kundenzentrum der Stadtwerke eingeladen. Dort bekommen sie aus erster Hand alle Informationen zum zeitlichen und organisatorischen Ablauf des Pilotprojektes. Die bisherigen analogen Zähler mit Drehscheibe gehören dann bald der Vergangenheit an. "Wir wollen künftig Kunden, die die Technik gerne haben wollen, auch damit ausstatten", betont Siekhaus.

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