Digitaler Unterricht

Schulen im Kreis Harburg erhalten 1000 Notebooks

| Lesedauer: 4 Minuten
Rolf Zamponi
ITK-Harburg-Vorstand  Dennis Lizba vor einer elektronischen Tafel am Firmensitz der ITK in Winsen.

ITK-Harburg-Vorstand  Dennis Lizba vor einer elektronischen Tafel am Firmensitz der ITK in Winsen.

Foto: Rolf Zamponi

Kreiseigener Dienstleiter ITK sichert Fördermittel für die Geräte – digitaler Unterricht an sechs weiteren Schulen.

Kreis Harburg. Das Tempo bei der Vorbereitung des digitalen Unterrichts in den 29 weiterführenden Schulen des Landkreises bleibt hoch. Ein halbes Jahr nach dem Besuch von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in Winsen, der dabei mehr als sieben Millionen Euro an Fördermitteln mitbrachte, ist die Antragssumme auf mehr als acht Millionen Euro gewachsen. „Alle Anträge für den bundesweiten DigitalPakt wurden genehmigt“, sagt Dennis Lidzba, Vorstand der kreis- und gemeindeeigenen IT-Dienstleisters ITK Harburg, der das Projekt vorantreibt.

Drei Schulen starten noch in diesem Jahr

Als erste ausgestattet war die Förderschule Buchholz, die nun über flächendeckendes Wlan verfügt, an das kreiseigene Schulnetz angeschlossen ist und in die Regie des vierköpfigen Teams Anwendungsbetreuung Schulen der ITK fällt. Ihr sollen in diesem Jahr die IGS Buchholz und die Oberschule Rosengarten folgen. „Damit werden wie angekündigt die ersten drei Schulen noch in diesem Jahr von der Technik profitieren. Das Gymnasium am Kattenberge in Buchholz wird im Februar an den Start gehen“, kündigte Lidzba an.

Sechs weitere Schulen machen 2021 mit

Für das kommende Jahr sind sechs weitere Schulen vorgesehen: Das Luhe- Gymnasium in Winsen, die Oberschule Marschacht, das Gymnasium und die Oberschule in Salzhausen, das Albert-Einstein-Gymnasium in Buchholz und die IGS Seevetal. Bis Ende 2023 sollen alle Schulen angeschlossen sein.

Die ITK lag zudem beim Zugriff auf das bundesweite Sofortausstattungsprogramm Homeschooling vorn. Auf Niedersachsen entfallen davon 52 der insgesamt 500 Millionen Euro. Nun gehen für rund eine Million Euro 1000 Notebooks (Laptops) und 400 Ipads in den Landkreis. Aus der zunächst noch nicht vollständig abgerufenen Summe sicherte das von Manuel Gomoll geleitete Team den Schulen noch einmal 50.000 Euro für weitere Geräte. Laptops und Pads werden nun nach einem Schlüssel, der bisher für die Ausleihe von Schulbüchern gilt, an Schüler verteilt, deren Eltern das Geld für einen Kauf nicht aufbringen können. „Wir gehen davon aus, dass nun alle Betroffenen im Landkreis versorgt sind“, sagt der ITK-Chef, ein Diplom-Kaufmann und Wirtschafts-Informatiker. Für alle 21.000 Schüler im Kreis die Endgeräte zu finanzieren, hätte dagegen zusätzliche Millionen Euro gekostet.

Grundlage sind Konzepte der Schulen

Grundsätzlich müssen Schulträger wie der Landkreis Harburg für eine Förderung aus dem DigitalPakt ein IT-Konzept vorlegen. Das war für den Kreis nach einem Jahr Arbeit 2019 fertig und ist die Grundlage für die insgesamt 9,7 Millionen Euro Fördermittel, die bis Ende 2023 fließen werden. Jede Schule muss dafür ihrerseits ein Medienbildungskonzept erarbeiten. Thema dort ist, welche pädagogischen Ziele mit dem digitalen Unterricht erreicht werden sollen. Das kann von der Kompetenz für Soziale Medien über Textverarbeitung, Power-Point-Präsentationen bis hin zu Mathematik-Programmen oder das Aufzeichnen von Bewegungsabläufen im Sportunterricht reichen. „Die Konzepte sind unterschiedlich gut“, urteilt Lidzba. „Wichtig ist, dass sie über die Technik hinaus reichen, die sich die Schule am Standort wünscht.“

Der digitale Unterricht wird nach der ersten Phase mit Fördergeldern vom Bund die Kosten für die Schulen deutlich steigern. So wird derzeit damit gerechnet, dass von 2029 an der Haushalt mit 6,5 Millionen Euro statt derzeit gut einer Million Euro und 2021 mit etwa zwei Millionen Euro belastet wird.

>> Hier können Sie den täglichen Corona-Newsletter kostenlos abonnieren

Kompliziertes EU-Recht erschwert Hardware-Einkauf

Gebremst wird der Ablauf durch das komplizierte EU-Recht, das für die Abwicklung der Aufträge für den Einkauf gilt. So hatte erst zuletzt ein Anbieter für 1000 rund 8000 Euro teure Activboards, die die Tafeln in den Schulklassen ersetzen sollen, geklagt. Der Landkreis hatte das Unternehmen nicht in die engere Auswahl genommen. „Hintergrund war, dass die vorgelegten Referenzen für uns nicht einleuchtend waren“, erklärt Lidzba. Die zuständige Vergabekammer ließ das nicht gelten. Das kann ohnehin schon bei einem erfolgreichen Durchgang zweieinhalb Monate dauern. Dazu kommen mehrere Wochen Lieferfrist. Kein Wunder, dass dann Fördergelder nur langsam abfließen. Sie werden ohnehin erst verbucht, wenn die Rechnung eingeht.

Eile jedoch tut Not. Sie hatte sich schon beim Einkauf der Laptops und Ipads ausgezahlt. Beim Besuch von Minister Tonne hatte Landrat Rainer Rempe dies mit einem Zitat des ehemaligen Boxweltmeisters Wladimir Klitschko deutlich gemacht: „Wer sich nicht digitalisiert, wird ausgeknockt.“