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Der Forellenhof ist ein Stück Süden in Dithmarschen

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Südfranzösisches Flair und ein Ort für Kreative im Norden – der Forellenhof Riesewohld in Nordhastedt.

Südfranzösisches Flair und ein Ort für Kreative im Norden – der Forellenhof Riesewohld in Nordhastedt.

Foto: Privat

Ursprünglich war der Hof als ein Wohnprojekt für Senioren gedacht. Doch dann machte Gonda Hinrichs ein Ferienparadies daraus.

Nordhastedt.  Im Sommer, wenn der Pool in der Sonne blau schimmert, die Sonne scheint und das Thermometer auch bei uns im Norden die 30 Grad erreicht und die Gäste Schatten suchen auf den Liegen mit Baldachin, könnte man meinen, man sei in Südfrankreich. So blau kann der Himmel sein, so warm die Sonnenstrahlen. Dabei liegt der Forellenhof in Dithmarschen, bekannt vor allem für Kohl. Dort ist Gonda Hinrichs dabei, ein kleines Ferienparadies zu schaffen, das eigentlich als Wohnprojekt für Senioren gedacht war.

Ausgerechnet Dithmarschen. Das hätte sich die 61-Jährige auch nicht erträumen lassen, dass sie nach Jahren in Berlin und Hamburg wieder in ihre alte Heimat zurückkehren würde. Aber dann ist da ihre 93-jährige Mutter und dieses Areal, das ehemalige Kinderferiendorf Forellenhof. Vor sechs Jahren kaufte Hinrichs das Grundstück samt der 13 Gebäude auf einem fünf Hektar großen Areal mit Teichen und Obstgärten. Seit 2017 vermietet sie Ferienwohnungen.

Dithmarschen: Forellenhof ist ein Ort für Kreative

Das bedeutet seitdem jede Menge Arbeit. Aber es ist auch schon viel geschafft. In sieben Ferienwohnungen empfängt sie ihre Gäste. Der Forellenhof, sagt Gonda Hinrichs, ist ein Ort für Kreative. Sie vermietet Ateliers und bietet auf dem Grundstück Veranstaltungsräume für Hochzeiten oder Filmproduktionen. Denn das ist ihr anderes Leben: Seit 35 Jahren hat Hinrichs eine eigene Film- und Theaterbaufirma, die „Chamäleon Service Film- und Theaterbauten“.

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Mit Kulissen und mit Handwerksarbeiten kennt sie sich also aus. Und damit zu improvisieren. „Beim Film wird so viel nach dem Dreh einfach weggeschmissen.“ Sie macht es anders und nutzt für die Inneneinrichtungen der Apartments auch ausgediente Filmkulissen. Und so schlafen Gäste in einer der Ferienwohnungen auf alten Holzbohlen, über die schon Keira Knightley gegangen ist in dem Film „Niemandsland – The Aftermath“.

Acht Meter breiter Außenpool mit einem Geheimnis

Für die Ausstattung damals war die Firma von Gonda Hinrichs zuständig. Jede Ferienwohnung ist ganz individuell von der Chefin persönlich eingerichtet worden. Keine Wohnung gleicht der anderen. Alles ist ein bisschen zusammengewürfelt und ergibt doch ein stimmiges Bild. Eine befreundete Feng-Shui-Beraterin hat noch einmal für den letzten Schliff gesorgt, sodass sich jeder auch nach den Lehren der fernöstlichen Gestaltung von Wohn- und Lebensräumen möglichst wohlfühlt.

Ein Highlight des Areals ist der 30 Meter lange und acht Meter breite Außenpool, der ein kleines Geheimnis hat: Hier soll Deutschlands erstes Wellenbad entstanden sein. Die Wellenmaschine hatte ein Herr Köster aus Heide erfunden. Bei den Kindern des Feriendorfes und auch bei Gonda Hinrichs, die in der Gegend aufgewachsen ist, war das Wellenbad ein Hauptanziehungspunkt.

Ursprünglich als Wohnprojekt für das Leben im Alter geplant

Damals war das Becken noch überdacht. Heute ist es ein Außenbecken ohne Wellenmaschine und soll bald einen frischen Farbanstrich bekommen. „Wir sind noch lange nicht fertig“, sagt Gonda Hinrichs. Als Nächstes plant sie eine Sauna und ein Fitnessstudio neben dem Pool. Sobald die Finanzierung steht, soll es losgehen. Denn zu 90 Prozent machen Gonda Hinrichs, ihr Mann und ihre Freunde alles selbst. Klempnerarbeiten und Elek­trik übernehmen Fachbetriebe.

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„Das hier bedeutet viel Arbeit, und ich bin nicht reich. Aber ich bin für jeden Tag dankbar, den ich hier sein kann.“ Die Idee hinter dem Ferienareal war ursprünglich eine ganz andere: Gonda Hinrichs hatte die Anlage erworben, um ein Wohnprojekt für das Leben im Alter zu schaffen. „Die Grundidee war selbstbestimmtes Wohnen im Alter“, so Hinrichs. Raus aus Hamburg, wo sie und ihr Mann immer noch eine Wohnung haben, hinaus aufs Land.

Gonda Hinrichs ist mit Leidenschaft dabei

Das Haus am Ende des Pools hat sie sich bereits dafür eingerichtet, dort lebt sie. Aber wie so oft im Leben: Viele Freunde waren zunächst von der Vorstellung des gemeinsamen Wohnens im Alter begeistert und sind dann doch nicht mitgezogen. So ein Projekt bedeutet ja auch viel Arbeit und kostet Geld. Aber an der Idee hält Gonda Hinrichs weiterhin fest. Die barrierefreien Wohnungen sind ja da, es fehlen nur noch zuverlässige Mitstreiter. Ferienwohnungen und Alterswohnungen könne man außerdem miteinander mischen.

So ist Gonda Hinrichs also eher unfreiwillig zur Touristikerin geworden, die Ferienwohnungen vermietet. Aber sie mag es und ist mit Leidenschaft dabei. Dieses Leben fernab der Großstadt ist eine Bereicherung. „Ich freue mich, wenn es den Leuten hier gefällt“, sagt sie. Und es läuft ja auch gut mit der Vermietung, wenn nicht gerade eine Pandemie für Stillstand sorgt: „2019 war ein tolles Jahr. Da war ich im Juli und August ausgebucht.“

Die Umgebung hat jede Menge Interessantes zu bieten

Es mag sein, dass Dithmarschen nicht unbedingt zu den top Urlaubszielen gehört. Aber: die Umgebung hat jede Menge zu bieten. Die Nordsee ist in unmittelbarer Nähe: Büsum, St. Peter-Ording sind schnell zu erreichen. Im nahen Riesewohld, dem größten Wald Dithmarschens, kann man spazieren gehen, auch gern mit Hund. Denn die sind auf dem Forellenhof willkommen. Das Katinger Watt, der Steinzeitpark Albersdorf – ist alles schnell zu erreichen.

Und dann wieder zurück nach Nordhastedt auf den Forellenhof und den Abend bei einem Bad im Pool oder einem Lagerfeuer ausklingen lassen. Bullerbü in Dithmarschen.

Infos: www.forellenhof-riesewohld.de

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